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SV Elversberg: Der Trainer bleibt vor der Relegation gelassen

SV Elversberg : Der Trainer bleibt vor der Relegation gelassen

Die U19 der SV Elversberg spielt gegen den FSV Frankfurt um den Bundesliga-Aufstieg. Die Profis hoffen heute auf ein gutes Los im DFB-Pokal.

Völlig gelassen und entspannt klingt Marijan Kovacevic vor den beiden wichtigsten Fußballspielen des Jahres. Der 44-jährige Hamburger ist seit der vergangenen Saison Trainer der U19 der SV Elversberg. Nach einer starken Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison in der Regionalliga Südwest führte Kovacevic die SVE in dieser Spielzeit zur Meisterschaft – souverän, mit 14 Punkten Vorsprung auf den 1. FC Saarbrücken.

Um den Aufstieg perfekt zu machen, muss sich die SVE in der Relegation gegen Hessenliga-Meister FSV Frankfurt durchsetzten. Das Hinspiel findet an diesem Sonntag, 13 Uhr, auf einem Nebenplatz der Arena des FSV statt. Das Rückspiel beginnt eine Woche später am Sonntag, 17. Juni, um 13 Uhr im Mühlwaldstadion in St. Ingbert.

„Wieso soll ich mich verrückt machen? Ich spiele ja nicht mit“, sagt der 44-Jährige und lacht. „Es sind zwei Fußballspiele. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir es schaffen, freuen wir uns – und wenn nicht, werden wir dem Gegner gratulieren. So läuft nun man Fußball“, weiß der ehemalige Profi des Hamburger SV und des VfL Wolfsburg. Sein Team wurde mit 71 Punkten Meister, die Frankfurter schafften das ähnlich souverän mit 70 Punkten. „Hier geht es um den Aufstieg in die Bundesliga. Da möchte jede Mannschaft hin. Hier trifft man zwangsläufig auf Topmannschaften in der Relegation“, sagt Kovacevic.

In seinem Kader sind ein paar angeschlagene Spieler, aber im Prinzip seien alle einsatzbereit. Das Wichtigste sei es, die Ruhe zu bewahren. „Nur weil es jetzt Entscheidungsspiele sind, braucht man nicht die Nerven zu verlieren oder zu überdrehen. Wir wollen gut Fußball spielen. Und jeder soll Spaß haben und zeigen, was er kann. Wir werden uns genauso vorbereiten wie auf jedes andere Spiel auch. Wir werden keine besonderen Dinge machen“, kündigt Kovacevic an. In der Vergangenheit kam es aber immer wieder vor, dass gerade Trainer in Elversberg in solch wichtigen Spielen versuchten, etwas ganz Besonderes zu machen. Am Ende ging der Schuss nach hinten los. „So etwas ist nicht meine Art“, sagt der Trainer. „Die Jungs haben eine super Saison gespielt und sich alles selber erarbeitet. Wieso soll ich jetzt etwas ändern? Wir werden spielen wie immer und werden dann sehen, wie die Frankfurter damit klarkommen.“

Keine super Saison haben die Elversberger Profis in der vergangenen Spielzeit hingelegt. Aber deshalb war der Abschluss mit dem Gewinn des Saarlandpokals umso versöhnlicher. Mit dem Titel hat sich die SVE für die erste Runde des DFB-Pokals (17. bis 20. August) qualifiziert. Spannung ist jedoch schon heute Abend angesagt. Nach dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Saudi-Arabien (19.30 Uhr in Leverkusen) wird ab 22.15 Uhr die erste Runde live in der ARD ausgelost. Während Stürmer Julius Perstaller am liebsten gegen den FC Bayern München spielen möchte, ist es Außenverteidiger Lukas Kohler „völlig schnuppe“, wer kommt.

Trainer und Sportdirektor Roland Seitz legt sich ein bisschen fest. „Ich will einen richtigen Kracher. Wir bekommen ohnehin eine Mannschaft aus der ersten oder zweiten Liga, und da gibt es keine schwachen Teams. Also können gleich die besten kommen.“ Als Cheftrainer und Sportdirektor und Personalunion hat der 53-Jährige die Transferpolitik nun komplett alleine in der Hand. Und es werden deutlich jüngere Spieler verpflichtet als in den vergangenen Jahren. Mit Manuel Feil (FC Nürnberg II, 23 Jahre), Kevin Lahn (26, TuS Koblenz), Mike Eglseder (25, SV Babelsberg) und Sinan Tekerci (24, FSV Zwickau) wurden bislang vier junge Spieler geholt. „Das wird auch so weitergehen. Wir wollen noch einen Stürmer, einen Spielmacher, einen Sechser und einen Rechtsaußen holen“, erklärt Seitz.

SVE-Jugendtrainer Marijan Kovacevic will in den Relegationsspielen nichts ändern. Foto: Andreas Schlichter

Bis zum Trainingsauftakt am 20. Juni, 14 Uhr, in Großblittersdorf möchte er alle Spieler an Bord haben. Steffen Bohl wird dann nicht mehr dabei sein. Der 34-Jährige hat zwar noch ein Jahr Vertrag in Elversberg, wird aber ab der kommenden Saison bei der U21 in der Saarlandliga spielen und dort eine Führungsfigur darstellen. Darauf einigten sich Verein und Spieler. Höhepunkt der Vorbereitung wird ein Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Mittwoch, 18. Juli, 18 Uhr, in Elversberg sein.