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Der Techniktrainer soll es richten

Der Techniktrainer soll es richten

Hamburg. Nach dem 1:5-Offenbarungseid von Hoffenheim war der sechste Trainerwechsel in sieben Jahren nicht mehr zu verhindern: Mit der Beurlaubung von Bruno Labbadia will der Hamburger SV retten, was noch zu retten ist

Hamburg. Nach dem 1:5-Offenbarungseid von Hoffenheim war der sechste Trainerwechsel in sieben Jahren nicht mehr zu verhindern: Mit der Beurlaubung von Bruno Labbadia will der Hamburger SV retten, was noch zu retten ist. Statt des glücklosen Hessen soll Techniktrainer Ricardo Moniz (Foto: dpa) das in der Liga abgestürzte Team bis zum Saisonende übernehmen - und am Donnerstag beim FC Fulham ins Finale der Europa League führen.

Bei einer improvisierten Pressekonferenz in der Buseinfahrt des Fußball-Bundesligisten verkündete der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann gestern Labbadias Aus nach nur zehn Monaten: "Die Trennung ist uns sehr schwer gefallen, so ein Tag ist schmerzlich. Wir wollten mit Bruno Labbadia den Kreislauf durchbrechen, etwas aufbauen." Labbadia, der beim HSV bis 2012 unterzeichnet hatte, informierte die Spieler in der Kabine selbst über seinen Abschied.

"Das Einzige, was uns jetzt interessiert, ist die Leistung auf dem Platz. Jetzt steht die Mannschaft im Fokus", sagte Hoffmann und betonte, die Entscheidung sei einstimmig im dreiköpfigen Vorstand gefallen. Der neue Sportdirektor Urs Siegenthaler sei informiert worden. Moniz genießt im Gegensatz zu Labbadia in der Mannschaft des Bundesliga-Siebten hohen Respekt. "Es ist ein dramatischer Tag", sagte der Niederländer, der seine internationale Trainerlizenz in England erworben hat. "Ich habe mit Bruno gesprochen. Er hatte kein Problem damit. Das war mir sehr wichtig. Bruno Labbadia ist ein fantastischer Mensch", sagte Moniz, der alleinverantwortlich bisher nur die U 19 des PSV Eindhoven trainiert hat und mit Labbadia-Vorgänger Martin Jol an die Elbe gekommen war.

"Moniz hat eine klare und deutliche Ansprache", sagte Hoffmann, der Zé Roberto und Co. das Alibi nehmen will, dass der Trainer für die schlechten Leistungen verantwortlich sei. Labbadia hatte es sich vor allem mit den Führungspersönlichkeiten verdorben. Zé Roberto, Mladen Petric, Frank Rost und Ruud van Nistelrooy hatten die Achtung vor ihm verloren. Zudem waren die Profis nicht einverstanden mit dem Training und der Ansprache. "Die Entscheidung ist gefallen, ich will das nicht kommentieren", sagte Piotr Trochowski nach dem Vormittagstraining unter Leitung von Moniz.

Kritik an der Vereinsführung übte HSV-Legende Manfred Kaltz. "Vor einem Vierteljahr hieß es noch, Labbadia sei der fleißigste Trainer, und jetzt ist er entlassen. Das finde ich nicht gut." Die nächste Hiobsbotschaft kam drei Tage vor dem wichtigsten Saisonspiel in London: Stürmer Tunay Torun riss sich das Kreuzband. Die angeschlagenen Zé Roberto, Ruud van Nistelrooy und Guy Demel können aber wohl beim FC Fulham eingesetzt werden. dpa

"Es ist ein

dramatischer Tag."

Der neue HSV-Trainer

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