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Der Spielmacher bleibt zuhause

Der Spielmacher bleibt zuhause

Leipzig. Für den Deutschen Handball-Bund geht es bei der Europameisterschaft im Januar in Serbien um alles. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele steht auf dem Spiel. Doch ein eingeplanter Leitwolf wird nur zusehen: Bundestrainer Martin Heuberger verzichtet auf Weltmeister Michael Kraus vom HSV Hamburg

Leipzig. Für den Deutschen Handball-Bund geht es bei der Europameisterschaft im Januar in Serbien um alles. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele steht auf dem Spiel. Doch ein eingeplanter Leitwolf wird nur zusehen: Bundestrainer Martin Heuberger verzichtet auf Weltmeister Michael Kraus vom HSV Hamburg."Wir sind gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, dass die Belastungen durch die hohe Anzahl von Spielen bei einer EM für Michael Kraus nach vier Monaten Verletzungspause und wenig Spielpraxis wohl noch zu früh kommen", sagte Heuberger am Freitag.

Kraus hatte sich im August bei einem Autounfall schwer verletzt und war danach durch einen Muskelfaserriss zurückgeworfen worden. Am Mittwoch feierte er beim Pokalsieg (33:32) gegen die Rhein-Neckar Löwen mit neun Toren eine bemerkenswerte Rückkehr. Acht Mal hatte Kraus vom Siebenmeter-Punkt getroffen. "Er hat erste Gehversuche gemacht. Was er vom Siebenmeter-Punkt gemacht hat, war sehr sicher. Im Angriff fehlte ihm aber noch die Bindung", hatte Heuberger geurteilt. Nach Rücksprache mit Kraus und den Ärzten fiel nun die Entscheidung gegen die EM.

Heuberger nominierte für die letzten beiden Testspiele gegen Ungarn am 7. Januar in Bremen und tags darauf in Magdeburg einen 17er Kader - unter anderem mit Patrick Groetzki, Uwe Gensheimer und Oliver Roggisch von den Rhein-Neckar Löwen. "Wenn sich keiner meiner Spieler mehr verletzt, ist das auch der Kader für die EM", erklärte Heuberger.

Trotz des Ausfalls von Kraus gibt es auch ein positives Zeichen. Torwart Johannes Bitter steht für den Notfall bereit. "Jogi hat sich bereit erklärt auszuhelfen, falls sich Silvio Heinevetter oder Carsten Lichtlein verletzten", sagte Heuberger. Der Hamburger Bitter hatte nach der verpatzten WM aus persönlichen Gründen eine Nationalmannschaftspause eingelegt.

Erklärtes Ziel der deutschen Auswahl für die EM in Serbien vom 15. bis 29. Januar ist das Erreichen eines von zwei Plätzen, die zur Teilnahme an einem von drei Olympia-Qualifikationsturnieren im April berechtigen. In die direkte EM-Vorbereitung starten die Deutschen vom 28. bis 30. Dezember mit einem Lehrgang in der Sportschule Steinbach. Vom 2. bis 9. Januar trifft sich das Team um Kapitän Pascal Hens in der Sportschule Barsinghausen. Eine Woche später steht dann die EM an. dpa