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Formel 1
Der Spaß-Faktor ist gehemmt

Sakhir. Die Formel 1 hat schon vor dem zweiten WM-Rennen eine Überhol-Debatte.

Schon vor dem zweiten Saisonrennen sorgt sich die Formel 1 um den Spaßfaktor. Ins Fahrerlager von Bahrain brachte der Rennzirkus eine neuerliche Action-Debatte mit, nachdem beim Auftakt in Australien eine Reihe von Piloten beim Versuch von Überholmanövern verzweifelt war. „Je schneller wir fahren, umso härter wird das Überholen“, klagte Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo vor dem Gastspiel in der Wüste von Sakhir an diesem Sonntag (17.10 Uhr/RTL).


Selbst Branchenführer Mercedes hatte in Melbourne zu spüren bekommen, dass sich auch ein vermeintlich überlegenes Auto bei der Attacke auf einen Vordermann plötzlich wie ein Durchschnittsgefährt anfühlt. „Es ist schwerer als je zuvor, dicht an andere Autos heranzufahren. Wir können nicht mal mehr enge Duelle führen“, mäkelte Lewis Hamilton nach dem Saisonauftakt.

Der Titelverteidiger kam im Albert Park nicht an Ferrari-Star Sebastian Vettel vorbei, obwohl er im schnelleren Wagen saß. Auch die Aufholjagd von Teamkollege Valtteri Bottas von Startplatz 15 blieb oft im Verkehr stecken. Insgesamt zählten die Statistiker nur magere fünf Überholmanöver auf der Strecke. „Die Autos sind aerodynamisch einfach zu sensibel, die Kurvengeschwindigkeiten zu hoch, die Bremszonen zu kurz, also sind Zweikämpfe sehr schwierig“, fasste Renault-Fahrer Nico Hülkenberg zusammen.

Zwar sollten sich in Bahrain mehr Chancen zum Überholen ergeben, weil die Strecke von Sakhir im Gegensatz zum Stadtkurs von Melbourne mehr Freiheiten bietet. Das Grundproblem aber bleibt: Beim Nahkampf verliert der Verfolger wegen der ungünstigen Luftverwirbelungen an Tempo, die Reifen überhitzen schnell. Und weil die Boliden seit dem Vorjahr wieder breiter sind, fehlt es beim Überholen bisweilen auch schlicht an Platz.

Weil das technische Reglement noch bis Ende 2020 weitgehend festgeschrieben ist, ist der Spielraum für Eingriffe für Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn begrenzt. Ab 2021 will der Brite dann aber den großen Wurf landen: Mehr Chancengleichheit für alle, mehr Spannung, weniger vorhersehbare Rennen, vereinfachte Technik und mehr Fokus auf die Helden in den Cockpits. „Wir streben eine Komplettlösung an, einen ganzheitlichen Ansatz“, sagte Brawn.