| 21:05 Uhr

2. Handball-Bundesliga
Der Saarlouiser Abstieg ist besiegelt

Darius Jonczyk hofft auf mehr Erfolgserlebnisse in der 3. Liga.
Darius Jonczyk hofft auf mehr Erfolgserlebnisse in der 3. Liga. FOTO: HG Saarlouis/Ruppenthal
Dessau. Die Handballer müssen nach der Niederlage in Dessau definitiv runter in die 3. Liga. Von Sebastian Zenner

Seit Sonntagabend ist es amtlich: Die HG Saarlouis steigt aus der 2. Handball-Bundesliga ab. Mit 24:25 (11:14) unterlag das Team von Trainer Philipp Kessler beim Dessau-Roßlauer HV. Durch den 27:27-Punktgewinn beim TuSEM Essen hat sich der EHV Aue auf dem ersten Nichtabstiegsplatz ein Elf-Punkte-Polster auf Tabellen-Schlusslicht Saarlouis verschafft. Dies ist in den verbleibenden fünf Saisonspielen nicht mehr aufzuholen.


„Wir blicken auf zwölf turbulente Jahre zurück, in denen wir sehr vieles bewegt und viele Menschen begeistert haben“, sagte der HG-Vorsitzende Richard Jungmann und ergänzte: „Das ist meines Wissens der erste Abstieg seit 1985. Das macht einen sehr betroffen. Vor allem, weil man viele Fans enttäuschen muss.“ Urgestein Darius Jonczyk sagte, er könne sich über das Spiel schon gar nicht mehr ärgern, „weil es ein perfektes Spiegelbild unserer Saison ist“. Dessau sei kein bisschen besser gewesen: „Aber wir schaffen es einfach nicht, gegen solche Mannschaften zu gewinnen. Deshalb stehen wir auf dem letzten Platz.“

Nach einem 12:15-Rückstand drehte Saarlouis auf, führte zwischenzeitlich mit 16:15, aber „am Ende lief es wie so oft in der Rückrunde“, sagte Trainer Kessler: „Wir waren dran, aber Kleinigkeiten und auch die fehlende Cleverness entscheiden über Sieg oder Niederlage.“ Jonczyk ergänzte zum nun besiegelten Abstieg: „Ich bin schon so lange dabei – ich wusste ja nicht erst seit heute, dass es für uns sehr wahrscheinlich in die 3. Liga gehen würde. Wir müssen nach vorne schauen und eine starke Mannschaft zusammenstellen.“ Er hofft, durch bessere Resultate in der 3. Liga „den Zuschauern endlich mal wieder was zurückzugeben. Der Abstieg wird die Mannschaft vielleicht etwas umstrukturieren, aber das wird uns als Verein nicht umhauen.“



Das sieht auch HG-Trainer Kessler so. Er hatte die Mannschaft nach der Freistellung von Jörg Bohrmann im November 2017 als Cheftrainer übernommen und sagte: „Wir müssen jetzt professionell mit dieser Situation umgehen. Wir sind Spieler und Trainer mit laufenden Verträgen bis zum 30. Juni. Bis zu unserem letzten Rundenspiel am 3. Juni müssen wir professionell arbeiten und uns auf die Spiele vorbereiten.“ Auch er sieht die Mannschaft gegenüber ihren Anhängern in der Pflicht: „Den Fans, die immer in die Stadtgartenhalle kommen, und dem ganzen Verein sind wir das schuldig. Deshalb will sich keiner mit zwölf Punkten verabschieden, und deshalb tut diese Niederlage sehr weh.“