Der Saarbrücker Kanu-Club hat die offene Saarlandmeisterschaft ausgerichtet

Kanu-Slalom : Wenn der Saar das Wildwasser ausgeht

Der Saarbrücker Kanu-Club hat die offene Saarlandmeisterschaft ausgerichtet. Der Wasserstand war zu niedrig, die Strecke musste verkürzt werden.

Gut 70 Teilnehmer aus dem südwestdeutschen Raum und dem benachbarten Frankreich waren bei den offenen Saarlandmeisterschaften im Kanu-Slalom am Start. Die Strecke zwischen Kleinblittersdorf auf der deutschen und Grossbliederstroff auf der französischen Seite der Saar war aufgrund des niedrigen Wasserstands verkürzt worden. Dennoch: 18 Tore mussten in jeweils zwei Läufen möglichst schnell und fehlerfrei bewältigt werden – davon acht stromaufwärts.

„Damit wir über das Wehr fahren können, braucht es eine Wassermenge von etwa 30 Kubikmetern pro Sekunde, derzeit haben wir nur 15“, erklärte Organisationsleiter Jörg Blees vom Saarbrücker Kanu-Club, der die Veranstaltung mit dem Kanu-Club Merzig und dem französischen Partnerverein Val de Sarre auf die Beine gestellt hat – zum 30. Mal übrigens.

„Etwas mehr Wildwasser wäre schön gewesen. So war es technisch nicht so anspruchsvoll“, sagte Luisa Bürner. Die 16-Jährige vom Kanu-Club Merzig ist eines der großen Talente in der saarländischen Kanu-Szene. „Die Saarlandmeisterschaften sind ein guter Trainingswettkampf, bei dem man halt nochmal genau auf die eigene Technik schauen kann“, erklärte Luisa Bürner, die sich den Titel im Canadier und im Kajak der Jugend sicherte.

Bei den Damen setzte sich Franziska Granzow durch. Die St. Ingberterin startet für den Kanu-Club Saarbrücken: „Das Wasser unterstützt nicht so sehr, darum muss man auf dieser Strecke immer Gas geben und paddeln“, erklärte die 18-Jährige. Das tat bei den Herren ihr Vereinskollege Olaf Göttung am besten.

Granzow und Bürner gehören übrigens zur U 23-Nationalmannschaft im sogenannten Boater-Cross oder Slalom-Xtrem. Das ist eine junge Variante des Kanu-Slaloms, die sich gerade bei jüngeren Sportlern immer größerer Beliebtheit erfreut und sich anschickt, 2024 bei den Spielen in Paris olympisch zu werden. „Es ist vergleichbar mit dem Ski-Cross“, erklärte Jörg Blees: „Vier Teilnehmer starten in der Regel von einer Rampe, müssen dann die Strecke bewältigen und in einer speziellen Zone eine Eskimo-Rolle machen. Die ersten beiden im Ziel kommen in die nächste Runde.“

Boater-Cross wird mit deutlich robusteren Booten gefahren als der „normale“ Slalom. „Gerade der direkte Vergleich macht es spannend“, sagte Franziska Granzow. Luisa Bürner ergänzte: „Es geht schon härter zu.“ Beide Saarländerinnen sind für die im kommenden Juli in Polen stattfindenden U 23-Weltmeisterschaften qualifiziert. Ihre Teilnahme ist aber noch offen. „Denn wir wissen noch nicht, wie wir hinkommen sollen“, begründete Franziska Granzow, „unsere Eltern können uns nicht fahren“. Vom Verband gibt es offenbar keine Möglichkeit, die beiden zu unterstützen.

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