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Der Robben-Schock

München. Die schwere Bauchmuskel-Verletzung von Flügelstürmer Arjen Robben trifft den FC Bayern vor den Wochen der Wahrheit in Champions League, Bundesliga und DFB-Pokal mehr als die jüngste 0:2-Pleite gegen Gladbach. sid

Eine gute Dreiviertelstunde nach der ärgerlichen Niederlage war die Stimmung bei Bayern München endgültig im Keller. Arjen Robben hatte aus der Klinik die Hiobsbotschaft übermittelt: Riss in der Bauchmuskulatur, mehrere Wochen Pause. Eine Nachricht, die den deutschen Rekordmeister erschütterte. Da gerieten Manuel Neuers ungewohnter Patzer und das 0:2 (0:1) im Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach schnell zur Randnotiz. "Es war kein angenehmer Abend für uns. Aber was noch viel unangenehmer ist, ist, dass Arjen so schwer verletzt ist", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit finsterer Miene.

Vor den entscheidenden Spielen in der Bundesliga sowie den Viertelfinals in der Champions League und im DFB-Pokal kommt die schwere Verletzung des Topspielers des FC Bayern zur Unzeit. Wie lange der 31-Jährige ausfällt, ist noch nicht klar. Im Pokal gegen Leverkusen (8. April) und in der Königsklasse gegen Porto (15. und 21. April) dürfte Robben sicher fehlen.

Da sich Robben seit gut zwei Jahren in Topform befindet und dem Spiel der Bayern ohne ihn das gewisse Etwas fehlt, ist dies selbst für die Münchner mit ihrem Luxus-Aufgebot ein herber Schlag. "Weltklasse ist eben schwer zu ersetzen", sagte Sportvorstand Matthias Sammer , platzierte aber eine deutliche Botschaft: "Man muss Rückschläge wegstecken. Das zeichnet Sieger aus. Und wir wollen Sieger sein."

Gegen Champions-League-Aspirant Gladbach waren die Bayern keine Sieger. Ohne Robben, der in der 24. Minute nach einem Foul von Tony Jantschke mit schmerzverzerrten Gesicht vom Feld geführt wurde, und ohne Franck Ribéry , der seine Sprunggelenkverletzung noch nicht ganz überwunden hatte, fehlten dem Team von Trainer Pep Guardiola die Ideen und Überraschungsmomente, um die Borussia zu knacken. Man habe alles versucht, meinte Guardiola, "aber ohne Franck und Arjen war es schwer". Diese Worte machten allzu deutlich, wie sehr die Münchner von den beiden Offensivkünstlern abhängig ist.

Die Bayern-Spieler wollten davon aber nichts wissen. "Heute schmerzt es, in Bremen hat es nicht geschmerzt", sagte Thomas Müller . Kapitän Philipp Lahm fügte trotzig an: "Natürlich ist es bitter, wenn sie ausfallen. Aber wir haben genügend gute Spieler, die das auffangen können." Ohnehin seien die Mechanismen beim FC Bayern immer gleich: "Wenn man nicht gewinnt, wird alles infrage gestellt."