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Der Präsident tritt überraschend zurück

Dortmund. sid

Bernhard Bauer (64) ist als Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gestern unerwartet aus persönlichen Gründen zurückgetreten. "Ich habe mich sehr gerne der Aufgabe und der Verantwortung verschrieben", teilte Bauer mit: "Doch habe ich auch erkennen müssen, dass immer wieder Eigeninteressen eine gewichtige Rolle spielen." Er spielte damit wohl auf persönliche Differenzen mit dem für den Leistungssport zuständigen DHB-Vizepräsidenten Bob Hanning an.

Nach der WM im Januar in Katar hatte Bauer dem Manager des Bundesligisten Füchse Berlin Egoismus vorgeworfen. Ursprung des Streits war die Tatsache, dass Hanning damals dem früheren Nationalspieler Stefan Kretzschmar den Posten des Frauen-Bundestrainers angeboten und sich dabei angeblich im Alleingang über die Arbeit der DHB-Trainerfindungskommission hinweggesetzt hatte. Der Posten ging schließlich an den Dänen Jakob Vestergaard.

Das DHB-Präsidium wird nun einen außerordentlichen Bundestag einberufen, um von diesem einen neuen Präsidenten wählen zu lassen. Der Termin ist noch offen. Laut Geschäftsordnung übernehmen Generalsekretär Mark Schober oder die fachlich zuständigen Vizepräsidenten vorerst die Aufgaben von Bauer, der am 21. September 2013 als Nachfolger von Ulrich Strombach zum Chef des größten Handball-Verbandes der Welt gewählt worden war.