Der Patient lebt wieder

Der Patient lebt wieder

Bielefeld. Vor zwölf Monaten kurz vor dem endgültigen Kollaps, heute an der Schwelle zur 2. Bundesliga: Die Auferstehung von Traditionsclub Arminia Bielefeld verblüfft die 3. Fußball-Liga. Wo vor einem Jahr noch Chaos herrschte und im Tabellenkeller der womöglich Abschied aus dem Profifußball drohte, bejubeln die Fans heute den Spitzenreiter und träumen schon von der Rückkehr in die 2

Bielefeld. Vor zwölf Monaten kurz vor dem endgültigen Kollaps, heute an der Schwelle zur 2. Bundesliga: Die Auferstehung von Traditionsclub Arminia Bielefeld verblüfft die 3. Fußball-Liga. Wo vor einem Jahr noch Chaos herrschte und im Tabellenkeller der womöglich Abschied aus dem Profifußball drohte, bejubeln die Fans heute den Spitzenreiter und träumen schon von der Rückkehr in die 2. Bundesliga. "Die Situation vergangenes Jahr im September war heftig. Aber wir haben es geschafft, das ganze Konstrukt zumindest zu stabilisieren", sagt Arminia-Geschäftsführer Marcus Uhlig.

Gemeinsam mit dem Präsidium um Jörg Zillies kam Uhlig im September 2011 ins Amt, ersetzte nach zehn Spieltagen und dem letzten Tabellenplatz den Trainer Markus von Ahlen durch dessen unerfahrenen Assistenten Stefan Krämer - und hatte Glück, dass es unter Krämer bergauf ging und der Klassenverbleib gelang. "Die Mannschaft hat damals eine gute Entwicklung genommen. Und wir haben die richtigen Lehren gezogen und keinen Kahlschlag gemacht, sondern uns punktuell verstärkt", sagt Uhlig.

Doch noch immer muss der Schuldenberg von 27 Millionen Euro vor allem aus dem Stadionausbau abgetragen werden. Ein erster großer Schritt wurde in diesem Monat getan: Die neu gegründete Stadiongesellschaft ALM KG ist jetzt Eigentümer der bislang vereinseigenen Arena und hat damit auch alle Schulden, die auf dem Stadion lasten, übernommen. Darlehen sollen nun in Anteile an der ALM KG umgewandelt werden und die Schuldenlast damit um etwa zehn Millionen Euro gesenkt werden.

So stehe der Patient Arminia, der nach dem Erstliga-Abstieg und zwei Jahren in der 2. Liga 2011 in die Drittklassigkeit stürzte, vor der Entlassung aus dem Krankenhaus in die Reha, sagt Uhlig. "Wir fangen an, wieder in die Zukunft zu gucken. Zum ersten Mal seit Jahren hat man das Gefühl, dass alle Leute hier zusammenarbeiten. Da sind keine Eitelkeiten im Spiel", meinte er. Dennoch müssen alte und neue Sponsoren zum Großteil noch überzeugt werden, den Weg der neuen Arminia mitzugehen.

Das gilt übrigens auch für die Fans. Wer im Gegensatz zur vergangenen Saison diesmal keine Dauerkarte bestellte, bekam einen persönlichen Anruf von der Geschäftsstelle. Immerhin 30 Menschen wurden so schon überzeugt, zum Rekord-Aufsteiger und Rekord-Absteiger der Bundesliga zurückzukehren. Dass da auch ein Aufstieg in die 2. Liga eine gute Argumentationshilfe gegenüber Fans und vor allem Sponsoren wäre, ist logisch. "Eine möglichst baldige Rückkehr wäre elementar wichtig", sagt Uhlig. An diesem Samstag soll dafür im Spitzenspiel bei Preußen Münster der nächste Schritt gemacht werden. dapd

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