Der Nimmersatt will alle Trophäen

Der Nimmersatt will alle Trophäen

Fünffach-Weltmeisterin Laura Dahlmeier kann beim Weltcup-Finale am Holmenkollen in Oslo als erste deutsche Biathletin alle Einzel-Wertungen der Saison gewinnen. Es wäre die Krönung einer grandiosen Saison.

Eigentlich würde Laura Dahlmeier am Ende ihrer kräftezehrenden Saison der Superlative nur zu gerne die Füße hochlegen. Doch ein letztes Ziel spornt die Biathlon-Königin noch an. "Da ich wirklich in jedem Rennen noch die kleine Kugel gewinnen kann, bin ich schon sehr motiviert", sagt sie: "Das ist aber absolute Zugabe, denn die Saison ist so oder so schon phänomenal."

Fünf Mal Gold und einmal Silber hat Dahlmeier bei der Weltmeisterschaft im österreichischen Hochfilzen gewonnen, dazu kommt der vorzeitige Gesamtweltcupsieg - nun ist für die Überfliegerin beim Saisonfinale in Oslo noch der ultimative Triumph drin. Nach dem Erfolg im Einzel kann die Garmisch-Partenkirchnerin auch in Sprint, Verfolgung und Massenstart noch die kleinen Kristallkugeln für die Disziplin-Weltcupwertungen mit nach Hause nehmen. Keine Deutsche schaffte das vor Dahlmeier, die in allen Wertungen führt.

Doch die vergangenen Wochen haben Spuren hinterlassen. Das zierliche Energiebündel muss mittlerweile mit den Kräften haushalten, um den zehn Saisonsiegen weitere folgen zu lassen. Sollte das passieren, wird sie traditionell auch von Norwegens König Harald V. in dessen Ehrenloge empfangen. "Wenn mir ein perfektes Rennen gelingt, kann ich auch gewinnen. Das wird mein Ziel sein", sagt Dahlmeier vor dem Sprint am heutigen Freitag (14 Uhr/ARD und Eurosport).

Am Holmenkollen feierte die 17-malige Weltcupsiegerin 2013 ihr Debüt auf der großen Bühne, zwei Jahre später gab es bei der WM fünf Medaillen in fünf Rennen. "Ich bin immer gerne in Oslo", sagt Dahlmeier. Unweit der Strecken findet am Sonntagabend auch die große Abschlussfeier der Athleten statt. Dahlmeier hätte als überragende Skijägerin des Winters allen Grund, dort die Korken knallen zu lassen. "In den vergangenen Jahren war es auch so, dass ich mich richtig auf die Abschluss-Party gefreut habe, und am Ende war ich dann so platt, dass nichts mehr groß mit Feiern war", sagt Dahlmeier, die sich nach Ruhe und Entspannung sehnt. Das dürfte aber erst Anfang April klappen, wenn sie endlich nach Hause zurückkehrt. Bin dahin stehen noch viele Termine an.

"Ich freue mich darauf, nichts tun zu müssen", sagt sie. Kein Trainingsdruck mehr, keine Termine und Verpflichtungen. "Wenn ich auf nichts Lust habe, will ich einfach im Bett liegen bleiben und faul sein", sagt Dahlmeier. Die Hobby-Bergsteigerin plant jedoch auch wieder eine ausgiebige Kletter-Tour. Ihr schwebt ein Trip nach Peru vor, gebucht ist aber noch nichts.

Schon am 1. Mai beginnt dann die Vorbereitung auf die Olympiasaison. Die Winterspiele 2018 in Pyeongchang spielen jedoch noch keine Rolle in ihrem Kopf. "Das letzte Jahr war für mich einfach so phänomenal, und Olympia ist da noch sehr, sehr weit weg", sagt die siebenmalige Weltmeisterin: "Aktuell will ich mich gar nicht damit beschäftigen und habe auch gar nicht die Kapazitäten. Ich bündele meine Energie nur für die letzten Rennen." Deswegen denkt sie auch nicht an eine Wahl zu Deutschlands Sportlerin des Jahres 2017, für die sie viele schon jetzt favorisieren. "Das wäre natürlich eine riesige Auszeichnung, wenn es denn wirklich so kommen sollte. Aber man muss es jetzt auch nicht übertreiben und kann die Kirche ruhig im Dorf lassen", sagt Dahlmeier.

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Schempp beim Finale in Oslo mit dabei Massenstart-Weltmeister Simon Schempp kehrt beim Weltcupfinale der Biathleten in Oslo in die deutsche Mannschaft zurück. Der 28-jährige Schwabe hatte zuletzt bei den Weltcups in Pyeongchang und Kontiolahti krankheitsbedingt gefehlt. Am Holmenkollen in Norwegen steht am heutigen Freitag (16.30 Uhr/ARD und Eurosport) für die Männer der Sprint an, bis Sonntag gibt es außerdem noch Verfolgung und Massenstart.

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