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Der neue Sponsor ist da

Saarbrücken. Es wurde viel spekuliert, nun ist die Katze aus dem Sack: Die Hager-Gruppe aus Blieskastel ist neuer Sponsor des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken. Gestern stellte der Verein den neuen Geldgeber vor. Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Saarbrücken.  "Wir begrüßen unseren neuen Werbepartner, die Hager-Group, in der FCS-Familie." Mit diesen Worten lüftete Dieter Ferner, Sportdirektor des 1. FC Saarbrücken, gestern das Geheimnis um den neuen Sponsor beim Fußball-Drittligisten. "Wir haben einen Hauptsponsor, wir haben fünf Premiumsponsoren und einige Co-Sponsoren", erklärte FCS-Schatzmeister Dieter Weller, "zu diesen gehört beispielsweise Nike und jetzt auch Hager". Zahlen über die Höhe des finanziellen Engagements wollte niemand nennen, es sei aber laut Weller "kein sechsstelliger Betrag". Nach SZ-Informationen sollen 50 000 Euro pro Saison fließen, also deutlich weniger als sich die Fans nach den vollmundigen Ankündigungen eines "Großsponsors" im Videotext des Saarländischen Rundfunks erhofft hatten.


Hager beschäftigt derzeit rund 11 000 Mitarbeiter an 30 Produktionsstandorten. Mit Elektroniklösungen für Gebäude setzt die Firma jährlich 1,3 Milliarden Euro um. "Mein Vater war 1952 in Mannheim dabei, als wir die deutsche Meisterschaft verloren haben", erläuterte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Daniel Hager, die emotionale Verbundenheit seiner Familie mit dem FCS. In den kommenden drei Jahren will sich Hager beim FCS im Jugendbereich engagieren. "Die Strukturen und die Außendarstellung des Vereins haben sich in den letzten Jahren zum Besseren gewandelt. Wir haben uns bewusst für ein Engagement im Jugendbereich entschieden, weil Werte wie Professionalität sowie Aus- und Weiterbildung auch für unser Unternehmen eine wichtige Rolle spielen", sagte Hager. Und: "Unser Engagement soll auch ein Signal an die Wirtschaft im Saarland sein. Wir sollten alle den traditionsreichsten Verein unterstützen".

Für weitere Unterstützung gibt es bei den Blau-Schwarzen Bedarf, doch scheint der Raum dafür ausgereizt. "Wir haben nichts mehr, was wir einem Partner anbieten können", sagt Dieter Weller, "die Trikotwerbung ist weg, die Banden im Stadion sind alle vergeben. Wir können noch einige Anzeigen im Stadionheft verkaufen, das war es dann auch". Weitere Einnahmen seien nur mit einer zeitgemäßen Spielstätte zu erwirtschaften. "Der Verein gehört zu den großen sportlich kulturellen Einrichtungen, die dieses Land braucht, um attraktiv zu sein", spielte FCS-Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Klimmt auf einen Umbau des Ludwigsparkstadions an: "Näheres bei der Mitgliederversammlung." Und der neue Sponsor wäre froh, wenn seine Schaltschränke im neuen Stadion stehen würden. "Da hätte ich nichts dagegen", sagte er. "Wir haben nichts mehr, was wir einem Partner anbieten können."



Dieter Weller

FCS-Schatzmeister

Hintergrund

Mittelfeldspieler Ufuk Özbek wird dem 1. FC Saarbrücken in den kommenden beiden Drittliga-Spielen gegen den VfR Aalen und RW Erfurt fehlen. Der 18-jährige Türke ist für die Qualifikationsrunde zur U19-Europameisterschaft nominiert, die in Wales ausgetragen wird. Gegner der Türkei werden neben dem Nachwuchs der Gastgeber (20. Oktober in Carmarthen), Kasachstan (22.Oktober, in Bridgend) und Island (25. Oktober, in Carmathen) sein.

Außerdem muss FCS-Trainer Jürgen Luginger beim Auswärtsauftritt beim VfR Aalen (Samstag 14 Uhr) auf die grippekranken Nico Weißmann und Giuseppe Pisano sowie auf Marcel Schug verzichten, den erneut Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur plagen. "Der Kader ist jetzt nicht mehr so groß", sagte Luginger, "darum wird A-Jugendspieler Abdul Kizmaz mit nach Aalen fahren". cor