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Der neue Spielmacher kommt aus Schweden

Der neue Spielmacher kommt aus Schweden

Handball-Zweitligist HG Saarlouis verpflichtet vor dem Heimspiel gegen den Wilhelmshavener SV den besten Torschützen aus der 1. Liga in Norwegen.

Die HG Saarlouis bekommt einen neuen Spielmacher. Vor dem nächsten Endspiel um den Klassenverbleib in der 2. Handball-Bundesliga morgen gegen den Wilhelmshavener HV (19.30 Uhr, Stadtgartenhalle), wurde Julius Linskog Andersson für die kommende Runde verpflichtet. Der 22-jährige Schwede kommt von Fyllingen Bergen (1. Liga Norwegen) und soll die Rolle des nach Eisenach abwandernden Ibai Meoki übernehmen. Andersson ist mit 140 Treffern in 22 Spielen der mit Abstand beste Torschütze in Norwegen.

"So einen spielintelligenten und torgefährlichen Spielmacher haben wir gesucht. Julius habe ich schon länger Zeit im Auge und beim zweitägigen Probetraining hat er uns überzeugt. Er spricht gut Deutsch, und wir erwarten uns von ihm mehr Stabilität im Spielaufbau", freut sich HG-Trainer Jörg Bohrmann über den Sommer-Neuzugang. Dessen Vater Robert war schwedischer Nationalspieler und trainiert Erstligist HC Erlangen.

Bisher wurden bereits für den nach Ferndorf abwandernden Kapitän Jonas Faulenbach Rückraumspieler Arthur Muller vom FC Mulhouse (3. Liga Frankreich), für den künftigen Co-Trainer Philipp Kessler Linksaußen Pascal Noll (TSV Bayer Dormagen) sowie Falk Kolodziej (HBW Balingen-Weilstetten II) und Max Hartz (SV 64 Zweibrücken) verpflichtet.

"Wir wollten uns auf der Spielmacher-Position komplett neu aufstellen und sind überzeugt, mit Julius Andersson und Falk Kolodziej das richtige Duo dafür gefunden zu haben", findet der HG-Vorsitzende Richard Jungmann. Von den neuen Spielmachern erhofft er sich auch eine positive Wirkung auf den oft glücklos agierenden Linkshänders Yann Polydore. Der zeigte im Saisonverlauf vereinzelt starke Leistungen, blieb aber zu inkonstant. Sein Vertrag in Saarlouis gilt noch bis 2018. Der Vertrag von Andersson gilt nur für die 2. Bundesliga und zunächst für eine Saison.

Trotz starker Leistungen in den letzten Spielen und fünf Heimsiegen in Folge konnte sich die HG noch nicht aus dem Abstiegskampf verabschieden. Das liegt an der großen Leistungsdichte der zweiten Tabellenhälfte. Zwischen Platz zehn (TV Emsdetten, 31:35 Punkte) und dem ersten Abstiegsplatz 17 (SG Leutershausen, 28:38) liegen seit Wochen nicht mehr als drei Zähler - also ein Sieg und ein Unentschieden. Saarlouis ist derzeit Zwölfter (30:36), Wilhelmshaven rangiert auf Platz 14 (29:37).

"Die Aufsteiger haben sich diese Saison sehr gut verkauft. Dazu sind Wilhelmshaven und Hamm mittendrin, die ich beide vor Saisonbeginn eigentlich im vorderen Tabellendrittel gesehen habe", versucht sich Bohrmann an einer Erklärung dieser spannenden Konstellation. Dass die Tabelle die guten Ergebnisse der letzten Wochen nicht belohnt, "darf für uns keine Rolle spielen. Wir müssen uns so oder so optimal auf die Spiele vorbereiten und alles in die Waagschale werfen", sagt Bohrmann.

Und das in der letzten Saisonphase, die die Spuren einer langen und intensiven Spielzeit aufzeigt: Abwehrchef Philipp Kessler (Adduktoren-Verletzung) ist sehr wahrscheinlich noch nicht einsatzfähig. Und ob Torwart Patrick Schulz (ebenfalls Adduktoren-Probleme) und Michael Schulz (Nacken-Zerrung) auflaufen können, entscheidet sich kurzfristig.