Der neue Dienstleister beim FCS

Der neue Dienstleister beim FCS

Der neue Co-Trainer bei Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken ist gerade mal 32 Jahre alt. Christian Mollocher sieht sich dort als Dienstleister. Über seine Entscheidung zum Wechsel sagt er: „Ich bin spontan, aber nicht hirnrissig.“

Lässig sitzt er auf der Treppe zum FC-Sportfeld und genießt die Mittagspause in der Sonne. Auf seinen neuen Arbeitgeber angesprochen, gerät Christian Mollocher, der neue Co-Trainer beim Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, gleich ins Schwärmen: "Es ist ein uriger Traditionsverein. Ein Verein, der überall in Deutschland bekannt ist", sagt der 32-jährige gebürtige Frankfurter, "man merkt sofort, dass der FCS der Stolz dieser Region ist. Und die Saarländer, die ich bisher kennengelernt habe, sind alle nett und offen."

Noch lebt der Hesse aus einem einzigen Koffer, zu schnell war der Wechsel über die Bühne gegangen. "Ich war jetzt drei Jahre beim MSV Duisburg im Jugendbereich tätig und habe dazu in einer Gesamtschule in Düsseldorf gearbeitet", erzählt der Diplomsportlehrer, "letzte Woche hat mich Fuat Kilic angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, als Co-Trainer nach Saarbrücken zu kommen." Nachgedacht hat er schon. "Ich bin spontan, aber nicht hirnrissig", sagt Mollocher. Lange gedauert hat es dennoch nicht. "Da ich kein zweites Staatsexamen habe, kann ich nur aushilfsweise als Lehrer arbeiten. Und der MSV hat auch gewisse Schwierigkeiten, kann noch nicht planen, wie es im Sommer weitergeht."

So fiel die Entscheidung leicht, den Sprung nicht nur ins Seniorenlager sondern gleich ins Profi-Geschäft zu wagen. Dass er es nun mit Spielern zu tun hat, die zum Teil älter und deutlich erfahrener im Fußball sind, schreckt den neuen Co-Trainer nicht. "Ich sehe mich da als Dienstleister. Ich versuche jedem ein Angebot zu machen, sich zu verbessern", erklärt Mollocher.

Eltern, großer Bruder und die Freundin haben ihm für seine neue Aufgabe schon alles Gute gewünscht. "Mein Vater meinte, es steht jetzt mehr über mich in der Zeitung, als über Jupp Heynckes", scherzt Mollocher. Von Kindesbeinen an hat der Frankfurter Fußball gespielt. Eine große Karriere hat er nicht gemacht. "Vielleicht, weil ich zu früh anderen Versuchungen erlegen bin", sagt er mit einem Augenzwinkern. Mit 19 Jahren trat er bei Oberrath 05 seine erste Trainerstelle an. "Ich wusste sofort, das ist mein Ding, das will ich machen", sagt er. Nach dem Abitur begann er ein Sportstudium in Frankfurt, wechselte später zur deutschen Sporthochschule in Köln.

Als Trainer beim Kölner Fußballinternat lernte Mollocher dessen Leiter kennen - einen gewissen Fuat Kilic, heute Cheftrainer beim FCS. "Ich habe aber auch soziale Projekte begleitet", erzählt der 32-Jährige, "wie Mitternachtsfußball in sozialen Brennpunkten".

Brennpunkte gab es diese Saison auch beim FCS viele. Bis 2015 steht Mollocher nun dort unter Vertrag, will helfen, den Verbleib in der 3. Liga doch noch zu schaffen. "Ich freue mich auf mein erstes Mal im Ludwigspark am Samstag", blickt der Neue voraus auf das Spiel gegen Borussia Dortmund II, "im Moment lerne ich noch die Namen der Spieler, bis Samstag will ich da bei 100 Prozent sein." Zumindest das hat er schon mit seiner neuen Mannschaft gemeinsam.