Der neue, alte Trumpf der Royals

Der neue, alte Trumpf der Royals

Spitzenspiel in der Damenbasketball-Bundesliga: Der Tabellenzweite TV Saarlouis empfängt den ungeschlagenen Spitzenreiter TSV Wasserburg. Der neue Trumpf der Royals ist eine alte Bekannte: Petra Manakova.

Sie ist die große Überraschung bei den Basketballerinnen der Saarlouis Royals : Petra Manakova. Eigentlich hat die Centerspielerin längst mit Basketball abgeschlossen. Nach einer Saison in Luxemburg und einer weiteren in der Saarlouiser Regionalliga-Mannschaft sollte Schluss sein. Doch seit dieser Saison steht die gebürtige Tschechin wieder im Bundesliga-Kader der Royals - auch an diesem Sonntag (15 Uhr, Stadtgartenhalle) im Spitzenspiel gegen den Tabellenführer des TSV Wasserburg. Und Manakova ist auf dem besten Weg, der große Trumpf zu werden im Kampf um Playoffs und Meisterschaft.

"Ich wollte gar nicht mehr"

"Eigentlich wollte ich gar nicht mehr", sagt die 32-Jährige: "Ich spiele ja professionell, seit ich 15 bin." Manakova durchlief alle tschechischen Jugend-Nationalmannschaften, spielte in den USA und Italien, bevor sie 2007 nach Saarlouis wechselte. Hier hat sie alles miterlebt. "Alle Höhen und Tiefen", sagt sie. Den Abstieg aus der Bundesliga ebenso wie die Pokalsiege (2008 bis 2010), die Meisterschaftstitel (2009 und 2010) und die große Zeit im Europapokal mit dem Erreichen des Halbfinals 2010. "Das war die schönste Zeit", erinnert sich Manakova, "neben EM- und WM-Titel mit der U20- und U21-Nationalmannschaft. Aber da war ich so jung, das habe ich damals gar nicht realisiert."

Nach 17 Jahren sollte ihre große Karriere ein Ende finden. Doch dann kam alles anders. "Es war eine spontane Aktion", sagt sie. Auf Probe kam sie drei Mal wöchentlich ins Training. "Nur um zu sehen, wie es läuft. Aber alle waren schneller als ich. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich zwei linke Hände", sagt sie und lacht.

Aber Trainer René Spandauw kennt Manakova, weiß um ihre Erfahrung, ihre Stärken unter dem Korb. Noch mehr, da sie jetzt auch die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt hat. Und so ist sie wieder zurück in der Bundesliga. Mit dem Training kehrte auch die Geschwindigkeit und ihr Ballgefühl zurück, nur eines hat sich verändert: "Ich bin viel gelassener geworden. Früher konnte ich vor Spielen nicht schlafen und nichts essen", erzählt sie: "Ich hätte nicht gedacht, dass ich es so locker nehmen kann."

Viel gelassener als früher

Sie steht auch nicht mehr so unter Druck. Die Führung des Teams übernehmen Stina Barnert oder Kayla Tetschlag. "Für mich ist es egal, ob ich fünf oder 20 Minuten spiele. Ich will der Mannschaft nur helfen." Und das tut sie. Dass sie in den knapp 15 Minuten, die sie bisher durchschnittlich auf dem Feld stand, mit 69 Punkten und 37 Rebounds einen wertvollen Beitrag geleistet hat, interessiert sie nicht. "Mit den jungen Mädels macht es einfach Spaß", sagt Manakova lapidar.

Der Spaß und die Gelassenheit - dies ist der kleine aber feine Unterschied zu früher. Im Mittelpunkt steht für sie nun ihre Arbeit mit den U14- und U17-Mädchen des TV Saarlouis und vor allem: "Mein Freund, mein Hund und meine beiden Katzen", erzählt sie. Lachend hält die 1,90 Meter große Manakova ihre vermatschte Trainingshose hoch. "Heute renne ich in Gummistiefeln dem Hund hinterher", sagt sie.

Mit dieser Leichtigkeit will sie auch in das für sie "gefühlt hundertste Spiel" gegen Wasserburg gehen. "Diese Spiele haben immer ihren Reiz, aber es ist auch nur 40 Minuten Basketball. Also mal sehen", sagt sie grinsend. Schließlich ist sie für jede Überraschung gut.