1. Sport
  2. Saar-Sport

Der Münchner Alleingang ist abgesagt

Der Münchner Alleingang ist abgesagt

München. Ausgelassen tanzten die Spieler von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund über den Rasen. Die Akteure von Bayern München schlichen vom Platz - wie vor neun Monaten. Dennoch hatte das Dortmunder 1:0 (0:0) am Samstagabend nur äußerlich viel gemein mit dem 3:1 in München am 24. Spieltag der Vorsaison

München. Ausgelassen tanzten die Spieler von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund über den Rasen. Die Akteure von Bayern München schlichen vom Platz - wie vor neun Monaten. Dennoch hatte das Dortmunder 1:0 (0:0) am Samstagabend nur äußerlich viel gemein mit dem 3:1 in München am 24. Spieltag der Vorsaison. "Klar, diese Niederlage schmerzt", stöhnte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge: "Aber damals war es eine Lektion, heute war es eine unglückliche Niederlage." 16 Punkte betrug der BVB-Vorsprung im Februar - der Weg zum Titel war frei. "Jetzt haben wir noch zwei Punkte Vorsprung und sind Tabellenführer. Wir können aus der Position der Stärke die Dinge von oben anschauen", sagte Rummenigge. "Kein Grund zur Panik", betonte Arjen Robben, dessen überraschende Rückkehr in die Startelf verpuffte wie alle Offensivversuche des Spitzenreiters.Dortmund zerlegte die Bayern nicht wieder spielerisch. Es zermürbte sie mit einer Hingabe, die Jürgen Klopp überwältigte. Von einem "Riesenentwicklungsschritt meiner Mannschaft" schwärmte der Trainer: "Es war kein Hurra-Fußball. Es war nicht so, dass wir die Sterne vom Himmel gespielt hätten, wir haben die Sterne vom Himmel verteidigt."

Der neuerliche Coup sorgte für Euphorie. Als die Profis gestern zur BVB-Mitgliedersammlung in der Westfalenhalle erschienen, gab es Minuten lang Applaus. "Vor wenigen Jahren war keine Hoffnung, keine Zukunft, kein Geld. Mittlerweile ist der BVB ein Vorzeigeclub in Deutschland", kommentierte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Entwicklung des Clubs, der 2005 von der Insolvenz bedroht war. Den Aufwärtstrend bekamen die Bayern erneut zu spüren: Das BVB-Kollektiv investierte viel mehr in seinen verbissenen Stellungskampf. Über zehn Kilometer höher lag die Laufleistung der Borussia (121,4 zu 110,9). Das Abwehrnetz hielt dicht von vorne bis hinten. "Gegen uns ist es nicht so einfach wie gegen andere Mannschaften", sagte Nationalspieler Mats Hummels - nach fünf Gala-Heimsiegen mit 23:0 Toren erlebten die Bayern eine Bauchlandung.

"Alle die, die gemeint haben, die Meisterschaft ist Weihnachten entschieden, können sich auf eine spannende Saison freuen", sagte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. "Wir waren zu brav, wir haben kein Tempo gespielt", rügte Jupp Heynckes. Von einem "typischen 0:0-Spiel" sprach der Bayern-Trainer. Mit dem Einbau des lange verletzten Robben hatte er sich verzockt. Zudem fehlte Bastian Schweinsteiger als Chef sehr, wie Philipp Lahm zugab. Der BVB war wacher, heißer - so wie der von den Bayern umworbene Torschütze Mario Götze in der 65. Minute. "Aus dem Getümmel heraus ist der Ball zu mir gefallen. Ich habe dann am schnellsten geschaltet - und dann war er drin", schilderte er die entscheidende Szene. dpa