| 20:17 Uhr

Handball
Der Medaillenkampf in Algerien beginnt

Lars Weissgerber (links) und Jerome Müller vom Handball-Zweitligisten HG Saarlouis fiebern dem Start der U21-Weltmeisterschaft in Algerien entgegen. Heute geht es los.
Lars Weissgerber (links) und Jerome Müller vom Handball-Zweitligisten HG Saarlouis fiebern dem Start der U21-Weltmeisterschaft in Algerien entgegen. Heute geht es los. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Die Saarlouiser Handballer Lars Weissgerber und Jerome Müller bestreiten mit der U21-Nationalmannschaft heute ihr erstes WM-Spiel.

Jerome Müller und Lars Weissgerber sind es gewohnt, nur wenig Zeit ohne einen Ball in der Hand zu verbringen. Während andere in ihrem Alter gerade ausgiebig Urlaub machen, die Sonne genießen und am Strand jungen Mädels hinterherschauen, nehmen die Handballer des Zweitligisten HG Saarlouis für Deutschland an der heute beginnenden U21-Weltmeisterschaft in Algerien teil.



„Es war dieses Jahr erstmals so, dass wir nach der Runde mit dem Verein zwei Wochen Urlaub hatten. Das war vorher anders. Ich hatte zum ersten Mal seit fünf Jahren oder so mal wieder etwas Zeit, in Sommerurlaub zu fahren“, erklärt Müller: „Das hat schon sehr gut getan. Ich konnte endlich mal abschalten.“ Auch Teamkollege Weissgerber versichert: „Ich fühle mich richtig fit, auch wenn die Vorbereitung mit der Nationalmannschaft schon hart war. Aber das wird sich konditionell positiv auswirken. Von daher bin ich auch sehr entspannt. Die Freude auf die WM überwiegt.“

Seit Jahren gehören die beiden bundesweit zu den Besten ihres Jahrgangs, verzichten deshalb unter anderem auf längere Trainingspausen. Es lohnt sich: Auch ohne den verletzten Kapitän Tim Suton (TBV Lemgo, früher HG Saarlouis) lief die WM-Generalprobe erfolgreich: Den Airport Cup in Zürich gewann der deutsche Nachwuchs mit Siegen gegen Europameister Spanien (28:25), U19-Weltmeister Frankreich (28:24) und die Schweiz (33:23). „Das sollten wir nicht zu hoch hängen“, relativiert Müller, der insgesamt sechs Treffer erzielte: „Wir haben gut gespielt, aber wir wissen auch, dass die Spanier und die Franzosen bei der WM wahrscheinlich noch mal eine Klasse stärker auftreten werden.“ Weissgerber war mit zwölf Treffern einer der besten Schützen im deutschen Team.

Gleich nach dem Turnier ging es für die Junioren des Deutschen Handball-Bundes zum letzten Trainingslager der WM-Vorbereitung nach Konstanz, wo es mit der 30:33-Niederlage im Test gegen Island einen kleinen Dämpfer gab. „Da hat man gemerkt, dass jeder in den Wochen zuvor ein paar Körner gelassen hat. Trotzdem war es okay. Island war an dem Tag einfach frischer und besser“, sagt Müller: „Wir wollen sie aber auf jeden Fall schlagen, wenn wir auf sie treffen.“

Die WM beginnt für das deutsche Team heute mit der Partie gegen Ungarn. Weitere Gegner in der Vorrunde sind Chile (20. Juli), Südkorea (21. Juli), die Färöer (23. Juli) und Norwegen (24. Juli). „Wir können durchaus selbstbewusst in die WM gehen“, findet Müller: „Wir haben gezeigt, dass wir die Topteams schlagen können und haben uns deshalb das Ziel gesteckt, mindestens die beste europäische Mannschaft zu sein.“



 Vielleicht kehren die beiden Saarländer aber auch als Weltmeister zurück zu ihren Vereinskollegen, die sich seit dem 10. Juli in der Saison-Vorbereitung befinden. „Weil die WM recht früh beginnt, verpassen Lars und ich eigentlich nur die Ausdauer- und Athletik-Einheiten“, sagt der rechte Rückraumspieler Müller, und Rechtsaußen Weissgerber ergänzt: „Das sind ja die Inhalte, die wir schon seit einiger Zeit mit der Nationalmannschaft absolvieren.“

Die verbleibenden drei Wochen vor dem Saisonstart am Pokal-Wochenende 19. und 20. August sind im Vergleich zu früher als Einspiel-Zeit fast schon üppig. „Wir sind rechtzeitig zu den spielerischen Einheiten wieder zurück. Außerdem kennen wir die Neuen ja schon aus den Probetrainings“, sagt Weissgerber, der zuversichtlich auf die neue Runde blickt: „Wir haben eine super Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Wilden, die sich in den letzten Jahren zusammengefunden haben. Dazu ist der Kader breiter aufgestellt als sonst und qualitativ noch besser als in der letzten Saison.“ Und dazu tragen vielleicht auch zwei U21-Weltmeister bei.