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Der Leuchtturm des 1. FC Saarbrücken

Der Leuchtturm des 1. FC Saarbrücken

Fanmagazin, Fanzeitung oder in neudeutsch: Fanzine. Zeitschriften von Fußballfans für Fans. Meist zum Selbstkostenpreis, ohne Werbung und ohne Anspruch auf wertfreie Berichterstattung bewegen sich Fanzines in der Subkultur des Fußballs

Fanmagazin, Fanzeitung oder in neudeutsch: Fanzine. Zeitschriften von Fußballfans für Fans. Meist zum Selbstkostenpreis, ohne Werbung und ohne Anspruch auf wertfreie Berichterstattung bewegen sich Fanzines in der Subkultur des Fußballs. Sie schreiben über hohe Eintrittspreise, die mehr werdenden Sitzplätze, gegen das überteuerte Bier, die Bratwurst, die schlechte Polizei, die "Fußball-Mafia DFB" und unfähige Vorstände. Anfang der 90er gab es im deutschsprachigen Raum etwa 130 Fanzines, ihre Gesamtauflage lag bei mehreren Hunderttausend. Meist ohne Farbe und zusammengetackert kamen sie daher.

Das ist heute nicht mehr so. Die Hefte sind gerne gut gestaltet und haben bunte Bilder. Doch sie werden seltener. Ein Großteil der Kultur hat sich ins Internet verlagert: In Blogs und Foren, doch die "kann man so schlecht in der Hand halten", sagt Carsten Pilger und lacht. Der Student ist 21 Jahre alt, stammt aus der "Saarlouiser Ecke" und ist, seit er denken kann, Fan des 1. FC Saarbrücken. Gemeinsam mit Christian Bost, Jochen Klein, Frederic Graus und Florian Kern kam er daher auf die Idee, Texte, die er und Klein schon in ihre Blogs geschrieben hatten, auf Papier zu drucken, zu binden und den FCS-Fans zu verkaufen. "Der Name stand schnell fest", erklärt Florian Kern: "Leuchtturm".

Dass der FCS "der Leuchtturm des saarländischen Fußballs" ist, hatte Präsident Horst Hinschberger in seiner Antrittsrede 2007 nicht nur gesagt - dieser Satz prägte sich tief ins saarländische Fußballgedächtnis ein und war Namensgeber des Magazins. Das erste Heft war 52 Seiten stark und erschien Ende Oktober 2008 zum ersten Mal - mit einer Auflage von knapp 230. Heute sind es 400 pro Ausgabe. Das Grundkonzept ist einfach: Der "Leuchtturm" will über den FCS informieren, seinen Werdegang satirisch begleiten, loben - und natürlich auch kritisieren. "Aber nicht ohne selbst Vorschläge zu machen, wie es vielleicht besser gehen soll. Schließlich wollen wir ja, dass der Verein nach vorne kommt", sagt Pilger.

Die nächste Ausgabe erscheint beim Heimspiel gegen Braunschweig am Samstag nächste Woche. Sie wird wieder über 50 Seiten haben und wird einige Überraschungen nicht nur für die Fans bereithalten. Auch die etwa acht Verkäufer werden eine Neuerung hinnehmen können. "Wir sind derzeit am Abwägen, ob wir uns erlauben können, ihnen eine Frikadelle für ihre Mühen zu kaufen", sagt Kern. Die Akzeptanz für das Heft in der Fanszene sei groß. Der einzige Spieler, der sich das Heft bisher für den Preis von einem Euro kaufen wollte, war Gregory Strohmann. "Aber der ist ja jetzt verkauft. Wir werden ihn in unserer nächsten Ausgabe gebührend verabscheiden", verspricht Kern.

Und auch die Redaktion des Leuchtturms macht einen Schritt nach vorne, wird die Saison des FCS in Liga drei mit Kolumnen begleiten, die im Sportteil der Saarbrücker Zeitung regelmäßig erscheinen. "Wir werden darin völlig frei auf Themen eingehen können, die die Fans interessieren", sagt Pilger. "Schließlich wollen wir ja, dass der Verein nach vorne kommt."

Carsten Pilger, Leuchtturm-Redaktion

Hintergrund

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Die Mannschaft des 1. FC Saarbrücken wird nach dem Abschlusstraining heute um 14 Uhr bereits zum Auswärtsspiel nach Offenbach reisen (Anstoß am Freitag um 20.15 Uhr). Für Fans, die sich die Rückkehr des FCS auf die gesamtdeutsche Fußballbühne live anschauen möchten, gibt es im Bus des Fanauschusses noch einige Plätze. Nähere Informationen dazu gibt es bei Reinhard Reinert vom Fanausschuss unter Tel.: (0151) - 20 45 25 44. Der FCS hat im Vorverkauf, der gestern um 15 Uhr zu Ende ging, rund 750 Karten für dieses Spiel abgesetzt. "Bislang konnten wir 1000 Dauerkarten an den Mann bringen", berichtete der sportliche Leiter Dieter Ferner, "wir hoffen, dass es bis zum Heimspiel gegen Braunschweig noch einige mehr werden. Dafür können in Offenbach selbst Werbung machen." cor