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Wolfsburg verhindert den sportlichen Totalschaden

Nach seinem Führungstor für den VfL Wolfsburg sind alle Blicke auf Vieirinha gerichtet. Auch Mitspieler Philipp Wollscheid gratuliert. Foto: Stratenschulte/dpa
Nach seinem Führungstor für den VfL Wolfsburg sind alle Blicke auf Vieirinha gerichtet. Auch Mitspieler Philipp Wollscheid gratuliert. Foto: Stratenschulte/dpa FOTO: Stratenschulte/dpa
Braunschweig. Der Fußball-Bundesligist aus der VW-Stadt gewinnt auch das zweite Relegationsspiel gegen Eintracht Braunschweig und darf in der ersten Liga bleiben. Michael Rossmann

20 Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg hat der VfL Wolfsburg mit einem Kraftakt den Abstieg in die Zweitklassigkeit verhindert. Am Ende einer völlig verkorksten Saison rettete der strauchelende VW-Club in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig mit einigem Glück die Klasse. Dem 1:0-Hinspielsieg ließen die Wolfsburger im zweiten Duell am Montagabend einen weiteres 1:0 (0:0) folgen. Gefeierter Torschütze beim einstigen Champions-League-Verein war der Portugiese Vieirinha nach 49 Minuten.


Trotz einer hochmotivierten Vorstellung, mehrerer Topchancen und der großen Unterstützung der eigenen Fans verpassten die Braunschweiger den vierten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga nach 1974, 1981 und 2013.

Ihre geballte Kraft legten die Braunschweiger in dieses sportliche Schicksalsspiel, das 50 Jahre nach der einzigen Meisterschaft die Rückkehr in die erste Liga bringen sollte. Nach einer ersten Wolfsburger Chance von Daniel Didavi, die Braunschweigs Torwart Jasmin Fejzic parierte (3. Minute), übernahmen die zweikampf- und willensstarken Gastgeber das Kommando.



Sie erkämpften sich gegen die Wolfsburger Millionen-Truppe in der ersten Halbzeit Gelegenheit um Gelegenheit. In der 14. Minute hätten die Gäste der Eintracht fast durch ein Eigentor einen Hilfsdienst erwiesen. Saarländer Philipp Wollscheid köpfte den Ball zurück auf Koen Casteels - nicht ahnend, dass der Keeper bereits aus seinem Tor herausgelaufen war. Im letzten Moment bekam der Belgier den Ball noch.

Die Wolfsburger, immer verunsicherter, ließen sich mehr und mehr in die eigene Hälfte drängen. Die Eintracht spielte fast in einer Art Powerplay-Modus, versuchte spielerische Mängel durch Einsatz wettzumachen. Gustav Valsvik (25.) und Ken Reichel (41.) hatten weitere prima Gelegenheiten zur Braunschweiger Führung, doch die Coolness im Abschluss fehlte. Glück hatte die Eintracht bei einer strittigen Szene: Einen Treffer von Mario Gomez in der 39. Minute erkannte Schiedsrichter Tobias Stieler nicht an.

Der Weitschuss-Treffer von Vieirinha kurz nach der Pause beendete vor 23 000 Zuschauern alle Braunschweiger Hoffnungen. Danach? War das Spiel de facto entschieden. Die Eintracht hätte jetzt drei Tore erzielen müssen, erholte sich nicht mehr von dem Schock. Während der VfL den sportlichen Totalschaden abwendete.

Traurige Randnotizen: Unmittelbar vor der zweiten Halbzeit zündeten Anhänger der Eintracht Pyrotechnik und Böller. Ein Ordner wurde von Feuerwerk getroffen. Nach dem Schlusspfiff kam es zu einem Platzsturm.