Der KV Riegelsberg siegt in der Bundesliga im Ringen beim AC Heusweiler

Ringer-Bundesliga : Der KV Riegelsberg verkraftet die Ausfälle besser

Der Ringer-Bundesligist gewinnt das Lokalderby der beiden ersatzgeschwächten Riegen beim AC Heusweiler mit 17:9.

Mit der Saarbahn braucht man von Riegelsberg nach Heusweiler nur wenige Minuten. Trotzdem waren zum Lokalderby in der Ringer-Bundesliga zwischen dem AC Heusweiler und dem KV Riegelsberg nur etwa 250 Zuschauer gekommen. „Es ist ungünstig, wenn ein paar Kilometer weiter ein zweites Saarderby stattfindet“, sagte Heusweilers Trainer Cacan Cakmak mit Blick auf den gleichzeitig ausgetragenen Kampf des KSV Köllerbach gegen den ASV Hüttigweiler, den die Gastgeber mit 21:5 gewannen. Und er ergänzte: „Da müsste der Verband besser planen. So holen wir uns gegenseitig Zuschauer weg.“ Auch sein Riegelsberger Kollege Edgar Paulus hatte am Samstag auf mehr Zuschauer gehofft, sagte nach dem 17:9-Erfolg seiner Mannschaft aber auch: „Die, die da waren, haben einen stimmungsvollen Kampfabend erlebt.“

Die Atmosphäre beim Derby stimmte, auch wenn beide Riegen ersatzgeschwächt antreten mussten. Dem KV Riegelsberg fehlten drei, dem AC Heusweiler fünf Stammkräfte. „Ich habe mir beim Training die Mittelhand gebrochen“, erzählte der prominenteste Ausfall Gennadji Cudinovic und zeigte die Wunde der operierten Hand. Er konnte mit seinem AC Heusweiler zu Beginn des Kampfabends jubeln. Da setzte sich Sebastian Janowski im griechisch-römischen Stil in der für ihn eigentlich zu hohen Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm gegen den acht Kilo schwereren Serhad Devici durch. „Es war das erste Mal, dass ich gegen ihn gewinnen konnte. Ich bin natürlich froh, gerade weil ich unter Woche noch krank war“, sagte Janowski.

Das Derby war auch ein Duell der Trainer. Mehrfach standen beide fast näher zum Mittelpunkt der Matte als ihre Sportler. Ein strengerer Mattenleiter hätte sicherlich beide Trainer zumindest verwarnt. „Cacan lebt diesen Sport – und das ist doch gut so“, lobte Paulus sein Gegenüber. Und Cakmak erwiderte: „Edgar gibt alles für seine Sportler. So muss das sein.“

Bis zur Pause punkteten Motaleb Giesen in der 57-Kilogramm-Klasse im griechisch-römischen Stil sowie Asadula Ibragimov in der Freistil-Klasse bis 130 Kilogramm für die Gäste aus Riegelsberg. Nico Zarcone in der Freistil-Klasse bis 61 Kilogramm und Teodor Horatau in der Klasse bis 66 Kilogramm im griechisch-römischen Stil holten Zähler für den AC Heusweiler. Dann brachte der Kapitän die Gäste auf die Siegerstraße. Robin Paulus siegte in der Freistil-Klasse bis 86 Kilogramm nach nur zweieinhalb Minuten technisch überlegen gegen Wassil Ivanov. „Ich bin von Sekunde zu Sekunde besser in den Kampf gekommen. Als ich ihn im Durchdreher hatte, wurde es Karussell“, erzählte der Riegelsberger – und ergänzte: „Siege in Heusweiler fühlen sich besonders gut an.“

Das Gefühl durfte auch Riegelsbergs Nachwuchsmann Lucas Rosport gegen Niklas Bredy kennen lernen. Mit 5:1 Punkten ging der Sieg an den 17-Jährigen. „Es hat einfach alles gepasst. Es war anfangs hektisch und unsauber. Aber dann haben wir uns einen guten Kampf geliefert“, sagte Rossport.

Am Ende feierten die Riegelsberger den 17:9-Auswärtssieg und die Revanche für die 13:17-Niederlage im Heimkampf. „Wir haben uns gegenüber dem Vorjahr weiterentwickelt“, sagte Paulus, „können Ausfälle durch unsere guten Nachwuchsringer leichter verkraften“. Für den AC Heusweiler wird es dagegen schwer. „Wir müssen einfach von Woche zu Woche sehen, wer fit wird“, sagte Cakmak.

Der Tabellensechste KV Riegelsberg erwartet an diesem Samstag, 30. November, um 19.30 Uhr den Tabellenzweiten TuS Adelhausen in der Riegelsberghalle. Der Tabellenfünfte AC Heusweiler tritt zeitgleich beim Tabellendritten ASV Hüttigweiler an sowie Spitzenreiter KSV Köllerbach beim Vorletzten RG Hausen-Zell.

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