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Der kleine Kapitän und der junge Torwart

Der kleine Kapitän und der junge Torwart

Eppan. Joachim Löw hat wie erwartet Philipp Lahm zum Kapitän und Manuel Neuer zur Nummer eins bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika befördert. Im Testspiel in gegen Ungarn an diesem Samstag (20 Uhr/ZDF) wird nur der 24 Jahre alte Neuer spielen. Lahm wird ebenso pausieren wie Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Hans-Jörg Butt

Eppan. Joachim Löw hat wie erwartet Philipp Lahm zum Kapitän und Manuel Neuer zur Nummer eins bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika befördert. Im Testspiel in gegen Ungarn an diesem Samstag (20 Uhr/ZDF) wird nur der 24 Jahre alte Neuer spielen. Lahm wird ebenso pausieren wie Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Hans-Jörg Butt.

Die Entscheidung für Neuer und gegen Tim Wiese im Tor sei sehr eng gewesen, sagte Torwarttrainer Andreas Köpke. "Er hat eine sehr gute Saison bei Schalke gespielt und hat ein Riesenpotenzial", begründete er am Freitag das Votum für den U21-Europameister. Neuer hat erst drei Länderspiele absolviert. Nur Wolfgang Fahrian hatte 1962 vor der WM in Chile weniger Partien - nämlich eine.

In der Kapitänsfrage setzte sich Lahm durch. Der 26-Jährige reist als jüngster deutscher WM-Kapitän nach Südafrika. Karl-Heinz Rummenigge war 1982 in Spanien zwei Monate älter. "Philipp Lahm hat in unserem Kreis immer klar und deutlich seine Meinung geäußert", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der in ihm einen wichtigen Ansprechpartner sieht - und nach dem Ausfall von Kapitän Michael Ballack auch mehr auf den Mannschaftsrat setzt. In das Gremium berief er Lahm, Schweinsteiger, Klose, Per Mertesacker und Arne Friedrich. Insbesondere dem 25-jährigen Schweinsteiger kommt eine Schlüsselrolle zu: Er ist neuer Vize-Kapitän und soll auf dem Platz die Rolle von Ballack übernehmen, sagte Löw: "Bastian sehe ich in seiner jetzt erweiterten Rolle als den emotionalen Führer. Er ist ein Motor für die Mannschaft."

Im Spiel in Ungarn wird Schweinsteiger geschont. Der Test dient ohnehin dem Experimentieren. "Wir wollen einige Dinge umsetzen, die wir im Training einstudiert haben", sagte Löw. Das Einspielen der WM-Elf werde hauptsächlich über das Training stattfinden müssen sowie im letzten Test am Donnerstag in Frankfurt gegen Bosnien-Herzegowina. Möglicherweise werde sich "eine endgültige Formation auch erst während des Turniers" herausbilden.

Anstelle von Lahm wird Miroslav Klose in Budapest Kapitän sein. Auch er war Kandidat für das Amt gewesen, sagte Löw. Aber Klose soll sich nach einer schwachen Saison bei Bayern auf sich konzentrieren. Marcell Jansen soll nach seiner Fußverletzung einen 45-minütigen Härtetest absolvieren. "Ist er bereit, auch im Wettkampf voll zu gehen", will Löw wissen.

17 der 25 Spieler können sich Löw im letzten Spiel vor der Nominierung des 23 Spieler umfassenden WM-Kaders präsentieren. "Die Entscheidung wird brutal sein", sagte Löw, der mit seiner Auswahl bis kommenden Dienstag warten will. Dann muss er seinen Kader melden.

"Er ist ein Motor für die Mannschaft."

Bundestrainer Joachim Löw

über Bastian Schweinsteiger

Meinung

Völlig egal, wer die Binde hat

Von SZ-Redakteur

Mark Weishaupt

Ob nun Philipp Lahm die Kapitänsbinde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Südafrika trägt oder Bastian Schweinsteiger, ist egal. Genauso egal ist es, ob Manuel Neuer, Tim Wiese oder Jörg Butt im Tor stehen. Denn zum einen ist Deutschland schon immer eine Nation mit Weltklasse-Torhütern gewesen - übrigens ganz gleich, ob nun im Fußball, im Handball oder im Eishockey. Zum anderen gibt es genügend Führungspersönlichkeiten auf dem Platz. Ob das Per Mertesacker ist, der als Abwehrchef hinten das Sagen hat, oder Schweinsteiger, der im Mittelfeld nun die Fäden ziehen muss - und auch wird. Da bedarf es keines Stück Stoffes um den Arm, um besondere Wichtigkeit zu demonstrieren. Sonst hätte Joachim Löw nach dem Ausfall von Michael Ballack seine Mannschaft ja gleich abmelden müssen.

Jeder Spieler, der das Trikot der deutschen Nationalelf tragen darf, sollte sich wie ein Spielführer fühlen. Denn er vertritt eine Nation, die Fußball-verrückt ist und bei jedem Spiel hinter ihren "Helden" stehen wird. Die Fans wollen Einsatz sehen - von jedem der elf Akteure.