Der Kapitän steht in allen Spielen zur Verfügung

Rouen · Wann Uwe Gensheimer zur Beerdigung seines Vaters fährt, ist unklar. Ein WM-Spiel wird der Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft aber nicht verpassen. Im Spiel gegen Saudi-Arabien fehlt dagegen ein anderer Akteur.

 Uwe Gensheimer wird zur Beerdigung seines Vaters reisen, aber dennoch kein WM-Spiel verpassen. Foto: murat/dpa

Uwe Gensheimer wird zur Beerdigung seines Vaters reisen, aber dennoch kein WM-Spiel verpassen. Foto: murat/dpa

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Auf dem Weg zum erhofften Titel kann die deutsche Nationalmannschaft für die restliche Weltmeisterschaft auf ihren Kapitän Uwe Gensheimer zählen. "Er wird kein Spiel verpassen", sagte Bob Hanning, Vize-Präsident des Deutschen Handball-Bundes, gestern im Mannschaftshotel in Rouen . Zwar werde der Linksaußen zur Beerdigung seines Vaters nach Mannheim reisen. "Aber wann er wo und wie hinfährt, das ist keine Sportfrage. Das geht keinen was an", sagte Hanning.

Rückraumspieler Paul Drux wird nach seiner Knöchelverletzung aus dem Chile-Spiel (35:14) dagegen für die Partie heute um 17.45 Uhr gegen Saudi-Arabien ausfallen. "Es ist zum Glück nur leicht geschwollen, die Physios haben da echt gut reagiert. Es sollte schnell besser werden", sagte Drux. Bundestrainer Dagur Sigurdsson rechnet damit, dass der 21-Jährige für das übernächste Spiel morgen um 17.45 Uhr gegen Weißrussland wieder zur Verfügung steht.

Von noch größerer Bedeutung dürfte für den Trainer aber sein, dass er in allen Spielen auf seinen Kapitän zurückgreifen kann. Für die junge deutsche Mannschaft ist Gensheimers Anwesenheit von enormer Bedeutung. Trotz des Schicksalsschlags innerhalb seiner Familie spielt er ein starkes Turnier, überragte im ersten Spiel gegen Ungarn (27:23) mit 13 Treffern und agiert auch außerhalb des Spielfeldes als Leitfigur. "Er dirigiert die Jungs in der Abwehr, macht sie heiß, ist ein richtig guter Typ. Es ist extrem wichtig, dass er hier ist", sagte Mannschaftsmanager Oliver Roggisch .

Im Spiel gegen Saudi-Arabien werden Gensheimer und Co. aber wohl erneut kaum gefordert. Mit einem Sieg wäre die deutsche Auswahl sicher im Achtelfinale. Nach der Gala im Spiel gegen Chile ist die Mannschaft auch gegen die bestenfalls zweitklassigen Araber klarer Favorit. "Wir sind vom Papier her klar besser. Deswegen ist ein Sieg natürlich Pflicht - und wir werden auch gewinnen", sagte Sigurdsson selbstbewusst.

Neben Drux wird er im dritten WM-Spiel möglicherweise auch auf Rechtsaußen Tobias Reichmann verzichten, der eine leichte Prellung im unteren Rückenbereich hat. Schon im Spiel gegen Chile hatte Sigurdsson zahlreiche Stammkräfte geschont und mit einer neuen Formation überrascht. So war Gensheimer lediglich für die Siebenmeter aufs Feld gekommen, auch Patrick Groetzki saß fast die gesamte Spielzeit auf der Bank. Stattdessen überragte Torhüter Andreas Wolff, der mehr als jeden zweiten Wurf der überforderten Südamerikaner parierte.

Auf welchen Schlussmann er gegen die Saudis setzt, wollte Sigurdsson nicht verraten. "Die Torhüter wissen das auch noch nicht. Wir schauen von Spiel zu Spiel, wer zum Einsatz kommt", sagte er. Im Auftaktspiel gegen Ungarn hatte er auf den ebenfalls starken Silvio Heinevetter gesetzt. Aktuell läuft alles darauf hinaus, dass es am Freitag im Spiel gegen Kroatien (17.45 Uhr) ein Finale um den ersten Platz in der Gruppe geben wird. Dennoch warnten der Trainer und Spieler vor den kommenden beiden Gegnern. "Wir müssen gegen Saudi-Arabien und Weißrussland wieder die Konzentration hoch halten, dann wird das eine klare Sache", sagte Wolff. Sigurdsson forderte von seinen Profis, keine Schwäche zu zeigen: "Man muss das voll durchziehen."

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