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Der Jugendtrainer soll es richten

Der Jugendtrainer soll es richten

Nach dem Fehlstart in die Saison hat sich der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart von Trainer Bruno Labbadia getrennt. Nachfolger Thomas Schneider kommt aus den eigenen Reihen. Er trainierte zuletzt die U 17.

Ein Eigengewächs soll den VfB Stuttgart in die Erfolgsspur zurückbringen: Thomas Schneider wurde gestern als Trainer des Fußball-Bundesligisten und Nachfolger des wenige Stunden zuvor entlassenen Bruno Labbadia vorgestellt. "Das ist eine große Herausforderung für mich, die ich mit Respekt angehen werde", sagte der sichtlich nervöse 40-Jährige. "Wir haben aus sieben Spielen nur einen Sieg geholt. Die Auftritte der letzten Wochen, auch meine Eindrücke aus dem Trainingslager, haben die Erkenntnis reifen lassen, dass der Trainer die Mannschaft nicht mehr erreicht", begründete Sportvorstand Fredi Bobic die Entscheidung, Labbadia in der Nacht nach dem 1:2 beim FC Augsburg zu entlassen - die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Folge.

"Alle im Verein sind überzeugt, dass Thomas und sein Trainer-Stab die Blockaden lösen, die man in den letzten Spielen erkennen konnte, und den Verein in eine gute Zukunft führen", sagte Bobic bei der Vorstellung Schneiders, dem die Co-Trainer Alfons Higl und Tomislav Maric zur Seite stehen. Alle erhielten bis 2015 geltende Verträge. "Sie leben den Verein und kennen ihn von innen und außen", erklärte Bobic.

Mit zehn Jahren war Schneider zum VfB gestoßen. Er durchlief dort alle Jugendmannschaften. In der Saison 1991/1992 debütierte er bei den Profis und war gleich am Gewinn der deutschen Meisterschaft beteiligt. Das Ende seiner Karriere erlebte der Verteidiger 2005 bei Hannover 96, wohin er 2003 gewechselt war.

Über seine erste Trainer-Station beim FC Dingolfing kam Schneider zurück nach Stuttgart, wo er seit 2011 die U 17 betreute. Dass er nun als Trainer der Profis keine Übergangslösung sein soll, macht der Zweijahresvertrag deutlich. Doch Zeit hat er kaum, um die verunsicherte Mannschaft in die Spur zu bringen. Am Donnerstag steht eine richtungweisendes Partie an: Im Rückspiel der Europa-League-Qualifikation gegen HNK Rijeka geht es um viel Geld. Das Hinspiel hat der VfB 1:2 verloren. Schneider erkennt in dem Spiel eine Chance: "Ich beschäftige mich nicht damit, dass es schief gehen könnte. Wir sind stark genug, den Gegner deutlich zu besiegen. Das ist eine Gelegenheit zur Kehrtwende."

Ansonsten gab sich Schneider als Antipode zu seinem Vorgänger. Er habe sich "auf die Fahne geschrieben, dass unsere Jungs einen besseren Stellenwert bekommen als das zuletzt der Fall war". Er will also wieder mehr auf die eigene Jugend setzen. Und er wolle mutig und ballsicher spielen lassen, "mit ständiger Angriffsbereitschaft". Ach das war unter Labbadia zuletzt nicht der Fall.

Die Defensive, die auf Grund der Verletzungen von Serdar Tasci und Georg Niedermeier neu aufgestellt ist, strahlte im bisherigen Saisonverlauf keine Sicherheit aus. Dem Spielaufbau fehlt es an Tempo, Kreativität und Struktur - und die Mannschaft zeigte in regelmäßigen Abständen eine erschreckend schwache Einstellung. "Ein guter Mix aus konzentriertem Arbeiten und einer gewissen Lockerheit" soll das laut Schneider ändern.