Der Jonker-Joker

München. Nach dem höchsten Auswärtssieg von Bayern München in der Fußball-Bundesliga am vergangenen Samstag beim Absteiger FC St. Pauli konnte sich Münchens Interimstrainer Andries Jonker nach der Rückkehr aus Hamburg "mit einer schönen Tasse Kaffee" daheim "auf die Couch setzen und genießen, dass wir unser Minimalziel erreicht haben"

München. Nach dem höchsten Auswärtssieg von Bayern München in der Fußball-Bundesliga am vergangenen Samstag beim Absteiger FC St. Pauli konnte sich Münchens Interimstrainer Andries Jonker nach der Rückkehr aus Hamburg "mit einer schönen Tasse Kaffee" daheim "auf die Couch setzen und genießen, dass wir unser Minimalziel erreicht haben". Doch nach dem 8:1 und der Sicherung des dritten Tabellenplatzes, der die Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League bedeutet, kann der Nachfolger Louis van Gaals beim Saisonfinale am Samstag womöglich noch einen draufsetzen. "Wir werden gegen den VfB Stuttgart wieder volle Kanne spielen und versuchen, nochmal Druck auf Leverkusen zu machen", kündigte er an. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf Bayer Leverkusen, und der FCB hat das deutlich bessere Torverhältnis. Platz zwei und die direkte Champions-League-Qualifikation wäre die Krönung der Fünf-Spiele-Mission Jonkers, die am 11. April nach der Beurlaubung van Gaals begann.Jonker sagt, dass er den Job anders ausübt als sein Ex-Chef van Gaal: "Ich bin ein anderer Typ. Wir haben dieselbe Philosophie. Aber meine Art und Weise ist anders." Er hat es vermocht, dass die Stars "die Zwangsjacke" abgestreift haben. "Einige wirken auf eine gewisse Weise befreit", sagte Abwehrspieler Daniel van Buyten. Jonker hat nicht das große Ganze, sondern "viele kleine Sachen" verändert, wie er erklärte.

Im Sommer übernimmt der Leverkusener Jupp Heynckes seinen Posten. Jonker wechselt zu den "kleinen Bayern", die aus der 3. Liga absteigen. Statt Schalke 04 und Borussia Dortmund heißen die Gegner in der Regionalliga Süd SC Pfullendorf oder SG Großaspach. "Von 70 000 Zuschauern zu 700", sagt Jonker: "Aber ich habe mit Bayern eine Vereinbarung gemacht. Daran ändert sich nichts." dpa