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2. Bundesliga
Der Höhenflug der Unterschätzten

Sandhausens Trainer Kenan Kocak hat sich in der 2. Liga schnell einen Namen gemacht.
Sandhausens Trainer Kenan Kocak hat sich in der 2. Liga schnell einen Namen gemacht. FOTO: Andreas Gebert / dpa
Sandhausen. Fußball-Zweitligist SV Sandhausen steht überraschend auf Platz vier der Tabelle.

Der SV Sandhausen mischt als Tabellenvierter überraschend mit im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga. Vor dem Topspiel heute Abend (18.30 Uhr/Sky) beim Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf schwankt das Team von Erfolgstrainer Kenan Kocak zwischen Selbstbewusstsein und Bescheidenheit. Der Ort im Rhein-Neckar-Kreis hat nicht einmal 15 000 Einwohner – und dieser Provinzialität ist man sich beim SV auch bestens bewusst. „Wir sind der SV Sandhausen. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen“, warnt Kocak deshalb vor allzu großen Ambitionen. Von einem möglichen Aufstieg will der 37-Jährige nichts wissen. 



Mit nur 18 Gegentreffern weisen die Sandhäuser die mit Abstand beste Defensive der Liga auf, haben nach zehn Punkten aus den vergangenen vier Spielen nur noch vier Zähler Rückstand auf den Relegationsrang. Zudem haben sie die letzten drei Gastspiele in Düsseldorf allesamt gewonnen. Seitdem die Sandhäuser 2012 in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind, gehörten sie im Grunde jedes Jahr zu den vermeintlich heißesten Abstiegskandidaten. Dennoch schaffte der dauer-unterschätzte Club jedes Mal wieder den Klassenerhalt – oft mit dem niedrigsten Etat der Liga und 2015/16 sogar trotz eines Sechs-Punkte-Abzugs aufgrund von Lizenzverstößen.

Im Team stehen mit Offensivmann Manuel Stiefler (seit 2013) und dem wichtigen Abwehrspieler Abwehrspieler Tim Knipping zwei Ex-Spieler des 1. FC Saarbrücken. Der SVS soll dem Vernehmen nach auch starkes Interesse an FCS-Torjäger Patrick Schmidt haben. Und angesichts des Höhenflugs wurde Kocak, der ehemalige Trainer des Regionalligisten SV Waldhof Mannheim zuletzt sogar als Kandidat beim Bundesligisten VfB Stuttgart gehandelt.