| 21:08 Uhr

Regionalliga Südwest
Der große Bruder als Vorbild

Mit grünem Leibchen bei den Grün-Weißen: Luca Plattenhardt stellte sich am Mittwoch als Neuzugang beim FC Homburg vor. Der 20-Jährige ist der Bruder von Nationalspieler Marvin Plattenhardt.
Mit grünem Leibchen bei den Grün-Weißen: Luca Plattenhardt stellte sich am Mittwoch als Neuzugang beim FC Homburg vor. Der 20-Jährige ist der Bruder von Nationalspieler Marvin Plattenhardt. FOTO: Andreas Schlichter
Homburg. Luca Plattenhardt, der Bruder von Nationalspieler Marvin Plattenhardt, will sich beim FC Homburg etablieren.

Unter den acht Neuzugängen des FC Homburg taucht ein Nachname auf, der wohl in ganz Fußball-Deutschland geläufig ist. Die Rede ist von Luca Plattenhardt, dessen älterer Bruder Marvin derzeit mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland um den Einzug in die nächste Runde kämpft. Während sich der 26-Jährige in Russland mit den besten Spielern der Welt misst, geht es für den sechs Jahre jüngeren Luca darum, sich beim Aufsteiger aus dem Saarland in der Regionalliga Südwest zu etablieren. „Man merkt schon vom Niveau, dass das eine Liga höher ist als bisher“, erkannte Luca bereits nach dem ersten Training mit seinem neuen Verein.


Nach seiner Jugendzeit bei 1860 München spielte der gebürtige Filderstädter in der vergangenen Saison noch für den Oberligisten SSV Reutlingen. Nun will er in Homburg den nächsten Schritt machen. „Natürlich will ich so viel wie möglich spielen. Aber ich bin einer der Jüngsten in der Mannschaft, und wir haben hier viele Spieler mit Drittliganiveau. Von daher ist es mein erstes Ziel, mir von den erfahrenen Spielern so viel wie möglich abzuschauen“, akzeptiert Plattenhardt, dass er sich in der Mannschaftshie­rarchie zunächst hinten anstellen muss.

Wie sein Bruder, der in der Nationalelf als Linksverteidiger vorgesehen ist, ist auch der Homburger Plattenhardt gelernter Außenverteidiger – „nur spiegelverkehrt“, fügt Luca hinzu, der in der Regel die rechte Abwehrseite bearbeitet. Dass er gerade jetzt während der Weltmeisterschaft immer wieder auf seinen Bruder angesprochen wird, ist für den Nachwuchskicker kein Problem. „Das Thema ist für mich völlig normal. Ich bin sehr stolz auf ihn“, sagt Plattenhardt. Die 0:1-Niederlage der Deutschland-Elf im ersten Spiel gegen Mexiko, bei der der ältere Bruder durch die Erkältung des für die linke Abwehrseite fest eingeplanten Saarländers Jonas Hector in die Startelf gerutscht war, „haben wir uns mit der ganzen Familie zuhause angeschaut“, erzählt Luca und fügt hinzu: „Man fiebert natürlich noch mehr mit, wenn der eigene Bruder spielt.“



Dabei versucht er den in der Bundesliga für Hertha BSC kickenden Marvin moralisch von Deutschland aus zu unterstützen. Telefonisch sei er mit seinem Bruder „jeden Tag in Kontakt“. Über die internen Vorgänge in der Nationalmannschaft nach der enttäuschenden Auftaktniederlage haben sie zwar nicht geredet, aber Luca weiß, was die WM-Teilnahme für seinen Bruder bedeutet. „Der freut sich riesig, dass er dabei sein darf. Das wünscht sich natürlich jeder Fußballer.“

Für den noch jungen Homburger Spieler ist sein Bruder nicht nur ein „Vorbild“, sondern auch eine Quelle wertvoller Informationen und Anregungen. „Ich kriege durch ihn viel mit, wie es auf diesem Niveau im Fußballgeschäft läuft. Ich schaue mir auch jedes Spiel der Hertha an und schaue mir dabei vieles von ihm ab“, sagt Luca.