"Der größte Sieg meines Lebens"

"Der größte Sieg meines Lebens"

Kopenhagen. Mit dem Regenbogentrikot auf den Schultern blickte Tony Martin stolz in den wolkenverhangenen Himmel von Kopenhagen und genoss den größten Sieg seines Lebens in vollen Zügen. Seine entfesselte Hatz durch die dänische Hauptstadt glich einer nicht erwarteten Triumphfahrt, die den 26-Jährigen nach zwei Bronzemedaillen endlich mit dem WM-Titel im Einzelzeitfahren belohnte

Kopenhagen. Mit dem Regenbogentrikot auf den Schultern blickte Tony Martin stolz in den wolkenverhangenen Himmel von Kopenhagen und genoss den größten Sieg seines Lebens in vollen Zügen. Seine entfesselte Hatz durch die dänische Hauptstadt glich einer nicht erwarteten Triumphfahrt, die den 26-Jährigen nach zwei Bronzemedaillen endlich mit dem WM-Titel im Einzelzeitfahren belohnte."Das ist der größte Sieg meines Lebens. Es war ein perfekter Tag, ich hatte perfekte Beine", sagte Martin nach der Wachablösung im Kampf gegen die Uhr. Mit dem begehrten Trikot auf den Schultern und der Goldmedaille um den Hals freute sich Martin über "einen einfach grandiosen Tag".

Bereits vor der Ziellinie hatte Martin triumphal die Arme in die Höhe gereckt und die Zehntausenden Zuschauer mit Handküssen bedacht. Die Konkurrenz um den vierfachen Champion und Titelverteidiger Fabian Cancellara war da längst zu Statisten degradiert worden. Sein Dauerrivale Cancellara hatte Martin zu keinem Zeitpunkt etwas entgegenzusetzen. Als der Schweizer bei der Ausfahrt aus dem Hof des Königspalastes kurz vor dem Ziel in die Streckenbegrenzung donnerte, verlor der Olympiasieger sogar noch die sicher geglaubte Silbermedaille an den Briten Bradley Wiggins.

Den Briten verwies Martin mit einem Vorsprung von 1:15 Minuten auf Platz zwei, der Vorsprung auf Cancellara war noch einmal fünf Sekunden größer. Bert Grabsch verpasste als Vierter die Medaillenränge nur um elf Sekunden. Martin war derweil einziger der 65 Starter unter 54 Minuten geblieben und hatte die 46,4 Kilometer mit einem Schnitt von 51,8 Stundenkilometern bewältigt. In der Stunde des Triumphs waren Martins Gedanken allerdings auch beim geschlagenen Cancellara. "Fabian hatte sehr viel Druck, damit muss man erstmal umgehen", sagte Martin. Dabei hatte er selbst vorher angekündigt, dass alles andere als der Titel eine Enttäuschung wäre. Für ihn war es, behauptet Martin, positiver Druck. Wenn er erstmal im Rennen sei, sei es auch schwer ihn zu schlagen. dapd

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