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Der Golden Slam und die Herzen der Fans

Der Golden Slam und die Herzen der Fans

Novak Djokovic schwebte nach seinem Triumph beim ATP-Finale am späten Sonntagabend und seiner bislang besten Saison auf Wolke sieben. 2016 will er den Kampf um den Golden Slam und um die Gunst der Fans angehen.

Nach der Krönung einer Traumsaison setzte Novak Djokovic Prioritäten. Zärtlich nahm der weltbeste Tennisspieler seine Frau Jelena in den Arm. "Sie und mein kleiner Sohn werden in den kommenden Wochen mein Urlaub sein. Das ist alles, woran ich im Moment denke. Ich muss meinen Akku aufladen", sagte Djokovic nach dem 6:3, 6:4 im Endspiel des ATP-Saisonfinales gegen seinen Rivalen Roger Federer .

Zuvor hatte Djokovic vor allen Dingen Geburtstagskind Boris Becker geherzt. Beim Jubelsturm in der Box hielt das Erfolgs-Duo für einen kurzen Moment inne, ganz so, als wollten Becker und Djokovic alle elf Titel 2015 noch einmal Revue passieren lassen. Einzig bei den French Open hatte der 28-Jährige das Finale gegen Stan Wawrinka verloren und damit den Grand Slam verpasst.

"Diese Saison war die bislang beste meiner Karriere", meinte Djokovic: "Und sie gibt mir viel Selbstvertrauen für die Zukunft." Eine Zukunft, in der es für ihn nur um zwei Dinge gehen kann: Um den Grand Slam und um die Herzen der Fans . Rein sportlich ist er längst die unangefochtene Nummer eins. Mit einer besseren Siegquote als Djokovic in dieser Saison hatten bislang nur John McEnroe (1984), Jimmy Connors (1974) und Roger Federer (2005 und 2006) ihre erfolgreichsten Jahre abgeschlossen.

Und 2016 wartet dank der Olympischen Spiele in Rio auf den "Djoker" sogar eine besondere Herausforderung, die da heißt: Golden Slam. Als bisher einziger Tennisprofi hatte Steffi Graf 1988 den exklusiven Mix aus vier Majors und der olympischen Goldmedaille gewonnen. "Sommerspiele sind natürlich immer etwas Besonderes, weil sie nur alle vier Jahre stattfinden", meinte Djokovic, dem außerdem ein Triumph bei den French Open noch in seinem Grand-Slam-Potpourri fehlt. Und auch um die Liebe des Publikums wird er weiter kämpfen. Die gehört nämlich nach wie vor Gentleman Federer und dem großen Kämpfer Rafael Nadal . "Mit dem Erfolg kommen automatisch auch Anerkennung und Respekt", findet Becker.