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Der Fußball in der Wiege

Der Fußball in der Wiege

Neunkirchen/Stuttgart. Manch einer wäre wohl ausgebrochen. Er hätte die Familien-Tradition hinter sich gelassen. Er hätte etwas ganz Anderes gemacht. Doch Frederik Gluding hat sein Name nicht abgeschreckt, im Gegenteil: "Der Fußball war mir durch die Familie einfach in die Wiege gelegt

Neunkirchen/Stuttgart. Manch einer wäre wohl ausgebrochen. Er hätte die Familien-Tradition hinter sich gelassen. Er hätte etwas ganz Anderes gemacht. Doch Frederik Gluding hat sein Name nicht abgeschreckt, im Gegenteil: "Der Fußball war mir durch die Familie einfach in die Wiege gelegt." Sein Vater Rainer war bei den saarländischen Traditionsvereinen Borussia Neunkirchen und dem FC Homburg Jugendleiter. Und dann war da noch sein Großvater Kurt Gluding, der zwar vor allem als früherer Präsident des Saarländischen Fußball-Verbandes bekannt ist, der aber in der Nachkriegszeit aber auch die Jugend der Borussia betreute. Und so war es kein Wunder, dass auch der heute 31 Jahre alte Frederik Gluding beim Fußball landete.

Sprung ins Ungewisse

1998 begann Frederik Gluding Jugendmannschaften zu trainieren. Der Fußball war von da an immer präsent, auch während seines Studiums der Sportwissenschaften an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Doch nach dem Studium stellte sich die Frage, wohin es mit ihm gehen würde. Wirklich geplant hatte Frederik Gluding eine Karriere im Fußball nie. Stattdessen wagte er den Sprung ins Ungewisse und folgte - ohne einen Arbeitsplatz in Aussicht - seiner Freundin nach Baden-Württemberg, wo sie eine Anstellung als Lehrerin gefunden hatte. Währenddessen schrieb er Bewerbungen.

Allzu viele sollte Frederik Gluding nicht schreiben müssen, bis er eine Anstellung gefunden hatte - im Fußball. Und zwar nicht irgendwo, sondern beim Bundesligisten VfB Stuttgart: "Das war damals mit etwas Glück verbunden. Ich habe mich initiativ beworben. Es folgte ein Praktikum, und nach einem halben Jahr wurde ich übernommen."

Mittlerweile ist der Saarländer "Sportlicher Leiter Grundlagen" im Nachwuchsleistungszentrum des VfB Stuttgart. Frederik Gluding ist zuständig für die jüngsten Spieler zwischen den Altersstufen U10 und U13. Ein Traumberuf für den Neunkircher: "Dass ich dann so schnell nach dem Studium bei einem Topverein Fuß fassen konnte, kann ich teilweise selbst kaum glauben."

Ungebrochen ist die Begeisterung, wenn Frederik Gluding über seine Arbeit bei dem Fußball-Bundesligisten und Europa-League-Teilnehmer spricht. Bei den jüngsten VfB-Kickern werden die Grundlagen gelegt für den Weg zum Profi. Soweit das in diesem Alter überhaupt möglich ist - denn zum Profi ist es ein weiter Weg. Selbst der Weg von der U13 in die A-Jugend ist schwer. "Am Ende schaffen es nur wenige. Wobei wir im Moment fünf Spieler in der U19 haben, die schon seit der F-Jugend bei uns sind. Aber das ist eher eine Ausnahme", sagt Frederik Gluding.

Vorbilder wie Tasci wichtig

Darin liegt die Kunst: Den Ausschluss möglichst gering zu halten. So wie beim Kapitän der Stuttgarter Profis, Serdar Tasci. Der Nationalspieler kam als Zwölfjähriger zum VfB Stuttgart. Oder wie bei Serge Gnabry, der mittlerweile bei FC Arsenal London in der englischen Premier League spielt und zuvor sämtliche Jugendmannschaften des VfB durchlaufen hatte. Vorbilder wie Tasci und Gnabry sind wichtig, erklärt Frederik Gluding: Den Werdegang dieser Vorbilder "kann man einfließen lassen, gerade wenn es Hänger gibt oder um den jungen Spielern zu zeigen, dass es tatsächlich oftmals nur die schaffen, die Schule und Fußball hinbekommen. Da kann ein Gespräch mit einem erfahrenen Spieler helfen." Es hat ja nicht jeder die Vorbilder direkt in der Familie, wie Frederik Gluding selbst.

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