Der Fluch der Heim-WM

München. Über den deutschen Sportschützen liegt der Fluch einer Heim-WM. Auch die viermalige Einzel-Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter konnte in ihrem geliebten "Schießsport-Wohnzimmer" in Garching-Hochbrück keine Einzel-Medaille erkämpfen. Mit dem WM-Titel im Team setzten die Luftgewehrschützinnen gestern jedoch ein Achtungszeichen

München. Über den deutschen Sportschützen liegt der Fluch einer Heim-WM. Auch die viermalige Einzel-Weltmeisterin Sonja Pfeilschifter konnte in ihrem geliebten "Schießsport-Wohnzimmer" in Garching-Hochbrück keine Einzel-Medaille erkämpfen. Mit dem WM-Titel im Team setzten die Luftgewehrschützinnen gestern jedoch ein Achtungszeichen. "Der Knoten im Team ist geplatzt", lobte Sportdirektor Heiner Gabelmann. Der Druck am zweiten Wettkampftag war nach dem Fehlstart am Samstag enorm und lag ganz auf den schmalen Schultern von Sonja Pfeilschifter. Die nur 1,57 Meter große Sportsoldatin agierte vor einer riesigen Menschentraube konzentriert, aber nicht fehlerfrei. "Grobe Fehler habe ich nicht gemacht. Beim nächsten Wettkampf schieße ich vielleicht wieder 400. Ich freue mich aber riesig über Mannschafts-Gold", sagte Pfeilschifter. Es war bereits ihr fünfter WM-Team-Titel. Abgezockter agierten diesmal die Youngster Jessica Mager aus Solingen und Beate Gauß aus Ammerbuch, die als Fünfte und Sechste immerhin zwei Quotenplätze für Olympia 2012 erkämpften. Im Finale gestern überbot die Chinesin Yi mit 505,6 Ringen auch den Final-Weltrekord von Pfeilschifter (505,0). Die Trainer hatten vor der WM warnend den Finger gehoben. "Alle klopfen den Sportlern auf die Schultern. Das geht eher nach hinten los", sagte Wilhelm Metelmann, Bundestrainer des Wurfscheiben-Teams. Er musste kopfschüttelnd mit ansehen, wie sein Schützling Susanne Kiermayer, Olympia-Zweite von 1996 und diesjährige Europameisterin, das Trap-Finale verpasste. dpa