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Schmidt trifft zum 2:1: Der FCS lässt sich auch von Kassel nicht bremsen

Schmidt trifft zum 2:1 : Der FCS lässt sich auch von Kassel nicht bremsen

Regionalliga-Tabellenführer 1. FC Saarbrücken gewinnt Kampfspiel beim KSV Hessen Kassel dank eines Treffers in der letzten Minute.

Jetzt fangen sie an, Vereinsgeschichte zu schreiben: Nach 31 Jahren gelang dem 1. FC Saarbrücken am Samstag endlich wieder ein Sieg beim KSV Hessen Kassel. Mit seinem Treffer zum 2:1-Endstand in der Nachspielzeit verdrängte Torjäger Patrick Schmidt den legendären Zbigniew „Willi“ Kruszynski als letzten Siegtorschützen. „Ich habe den Namen schon mal gehört, aber ich hätte ihn nicht einordnen können“, gestand Schmidt nach dem Abpfiff.

Kurz vor Schluss hatte Markus Mendler den fünften Eckstoß für den Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Südwest in die Mitte geschlagen, Schmidt war mit dem Kopf zur Stelle und erzielte den erlösenden Treffer am Ende eines Kampfspiels. „Für mich ist es ein Mega-Gefühl, dass ich die kleine Flaute mit einem entscheidenden Tor beenden konnte“, sagte der Webenheimer, der seit dem 1. November auf seinen 15. Saisontreffer gewartet hatte.

Schon in der 53. Minute hätte eigentlich das 2:1 für den FCS durch Schmidt fallen müssen. Nach Hereingabe von Sturmpartner Kevin Behrens hatte Schmidt den Ball mit dem Vollspann getroffen, zielte aber auf Torwart Niklas Hartmann. „Vor sechs Wochen wäre mir der Ball ans Knie gesprungen und dann rein, jetzt treffe ich ihn voll und der Torwart hält“, sagte Schmidt, „wenn du so ein Spiel in der Nachspielzeit dann noch drehen kannst, ist das einfach großartig. Ich freue mich vor allem für die Mannschaft. Wie wir das Spiel noch mal umgebogen haben, das war einfach klasse.“

Saarbrücken hatte stark begonnen, Marco Holz (4. Minute), Tobias Jänicke (6.) und Mendler (7.) hätten für eine frühe Führung sorgen können. Die schafften dagegen die Gastgeber in ihrem ersten Versuch. Marco Dawid nutzte einen Stellungsfehler von Mario Müller und tunnelte Torwart Daniel Batz zum 1:0 (30.). Zwei Minuten später forderten 1200 Kassel-Fans die Rote Karte wegen einer angeblichen Notbremse von Marco Kehl-Gomez gegen Sebastian Szimayer. 300 mitgereiste FCS-Fans, Schiedsrichter Manuel Bergmann und auch Kassels Trainer Tobias Cramer sahen es anders: „Da war noch eine zweifache Absicherung, und der Weg von der Mittellinie zum Abschluss war weit. Gelb war die richtige Entscheidung.“

Die traf auch Holz in der 50. Minute, als er einen Abpraller an der Strafraumgrenze einfach trocken und flach ins lange Eck zum 1:1 verwandelte. „Es war ein unfassbares Kampfspiel auf unfassbar schlechtem Boden. Der Schlüssel war, diese Verhältnisse anzunehmen“, sagte FCS-Trainer Dirk Lottner: „Kassel hat alle Mittel in die Waagschale geworfen. Wir haben das Spiel mit viel Leidenschaft, Willen und Einsatz, aber auch mit rustikalem Fußball und etwas Glück für uns drehen können. Es sind drei weitere Punkte auf unserem langen Weg zur Relegation.“ Und dort will der FCS dann ein weiteres Kapitel Vereinsgeschichte hinzufügen.