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Der FCH und seine kreative AufbauphaseDie Spieler in der Einzelkritik

Der FCH und seine kreative AufbauphaseDie Spieler in der Einzelkritik

Homburg. Peter Müller, Vorstandsvorsitzender des Fußball-Regionalligisten FC Homburg, sieht 2010 als ein "Schlüsseljahr, das nach oben wirkt" für den Verein, und zieht den Vergleich mit 1986, als der FCH in seiner besten Zeit in die Bundesliga aufrückte. "Sportlich ist es zwar schwer zu vergleichen, vom Aufwand her aber schon", sagt Müller

Homburg. Peter Müller, Vorstandsvorsitzender des Fußball-Regionalligisten FC Homburg, sieht 2010 als ein "Schlüsseljahr, das nach oben wirkt" für den Verein, und zieht den Vergleich mit 1986, als der FCH in seiner besten Zeit in die Bundesliga aufrückte. "Sportlich ist es zwar schwer zu vergleichen, vom Aufwand her aber schon", sagt Müller. So weit wie 1986 ist der FC Homburg noch nicht, aber mit dem Aufstieg in die Regionalliga hat der Club elf bleierne Jahre in der Oberliga hinter sich gelassen.

Sehr viele Stühle wurden seitdem gerückt, das Gesicht des Vereins hat sich von Grund auf verändert. Den Stein ins Rollen brachte der spätere Aufstiegstrainer Jens Kiefer, der Anfang des Jahres zum Saisonende seinen Abschied in Richtung SV Elversberg verkündete. Damit begann die Suche nach einem neuen Trainer. Als der damalige Vorstandschef des FCH, Herbert Eder, daraufhin Uwe Hartenberger, bis Ende 2009 Trainer beim Oberliga-Konkurrenten SV Waldalgesheim, verpflichten wollte, kam es im Frühjahr zwischen ihm und dem damaligen Aufsichtsrat Peter Müller, der den früheren Trainer des 1. FC Saarbrücken Alfred Kaminski favorisierte, zum Streit, an dessen Ende die Verpflichtung Kaminskis als Sportdirektor und Trainer stand. Eder, der dem Verein seit 1999 vorgestanden hatte, nahm darauf hin seinen Hut, Müller wurde sein Nachfolger.

"Eine Verpflichtung Kaminskis wäre mit mir nicht zu machen gewesen. Deshalb habe ich meinen Rücktritt erklärt", sagt Eder, der sein Verhältnis zum FCH als "nach wie vor sehr gut" bezeichnet. Mit dem Argument, er könne Hartmut Ostermann, Chef der Victor's Gruppe und Hauptsponsor des FCH, "keine weitere Empfehlung geben, das Sponsoring des FC Homburg weiter zu führen, wenn Kaminski nicht Trainer wird", hätte der im Hauptberuf als Pressesprecher von Victor's tätige Müller sich durchgesetzt, berichtet Eder. Sein Nachfolger dagegen erklärt: "Das ist definitiv nicht der Fall. Die Entscheidung für Hartenberger wäre eine Entscheidung für die Oberliga gewesen, die Entscheidung für Kaminski war eine für das Profitum. Die Sponsorentätigkeit ist unter Eder deutlich zurück gegangen. Da ging es um einen Paradigmenwechsel. Eder war da anderer Meinung als der Aufsichtsrat."

Gemäß der Vorgabe, Profibedingungen schaffen zu wollen, wurde als die zuvor größtenteils aus berufstätigen Spielern bestehende Mannschaft von Grund auf erneuert - viele Akteure verließen den FCH aber von sich aus. Insgesamt 19 neue (Profi-)Spieler wurden verpflichtet. Der Erfolg blieb aus, Kaminski musste nach 13 Spieltagen mit nur einem Sieg dem ehemaligen Zweitliga-Trainer Christian Hock Platz machen. "Sportlich ist es durchwachsen gelaufen, andererseits sind vier Punkte aus drei Spielen unter mir für eine Mannschaft auf einem Abstiegsplatz nicht das schlechteste", schätzt Hock die Lage realistisch ein. "Wir sind in einer kreativen Aufbauphase", bleibt Müller trotz Tabellenrang 16 optimistisch. Thomas Richter: Der 30-jährige Kapitän spielt selten spektakulär, dafür kaum Fehler. Note: 2

Mario Miltner: Ein Einsatz gegen Schalke II (1:2). Note: 3

Nico Müller: Der pfeilschnelle rechte Verteidiger ist auf seiner Seite nicht gleichwertig zu ersetzen. Kann seine Flanken noch verbessern. Note: 2

Sebastian Sonnenberger: Zeigt in der Innenverteidigung für einen 19-Jährigen erstaunliche Ruhe am Ball. Note: 3

Nassim Banouas: Der Abwehrchef übernimmt Verantwortung. Seine Spieleröffnung könnte besser sein. Note: 2

Manfred-Henri Ekwe-Ebele: Als Linksverteidiger verschenkt. Als Sechser könnte der Techniker für Offensivaktionen sorgen. Note: 2

Florian Weber: Hat sich als Alternative für den verletzten Ekwe-Ebele auf der linken Abwehrseite stabilisiert. Note 3

Josué Liotté: Kämpferisch ordentlich, aber kein gleichwertiger Ersatz für Banaous und Sonnenberger. Note: 4

Jean-Claude Mpassy-Nzoumba: Liefert in der Verteidigung eine ordentliche Arbeit. Unnötige Rote Karte in Trier. Note: 3

Abdoul-Karim Martens: Oftmals fehlende Ruhe und viele Fehlpässe im Mittelfeld. Note: 4

Tim Schwartz: Nach seinem Kreuzbandriss erst seit dem elften Spieltag fester Bestandteil der Mannschaft. Note: 3

Pascal Stelletta: Der Nummer zehn fehlt häufig der Überblick und das Auge beim finalen Pass in die Spitze. Ein Tor und zwei Vorlagen sind zu wenig. Note: 4

Gökhan Impis: Wenige Einsätze, kein Tor, keine Vorarbeit. Note: 4

Fabio Di Dio Parlapocco: Sieben Mal eingewechselt. Kein Tor. Note: 4

Giuseppe Burgio: Acht Einsätze, kein Tor, keine Vorarbeit. Note: 4

Sebastiao: Oft großer Aufwand, aber zu eigensinnig. Note: 3

Manuel Rasp: Kämpferisch stark, lässt aber oft die nötige Ruhe vermissen. Note: 3

Sahr Senesie: Mit fünf Toren die Lebensversicherung des FCH. Macht aber noch zu wenig aus seinen großen spielerischen Möglichkeiten. Note: 3

Christopher Wright: Eine Vorlage ist für den Stürmer zu wenig. Note: 3 red/rti

"Die Entscheidung

für Kaminski war eine

für das Profitum."

Peter Müller,

Vorstandsvorsitzender

 Die Homburger Spieler feiern Sahr Senesie (links). Der Angreifer hat für den Aufsteiger bisher fünf Mal getroffen und hat damit die meisten Tore für den Regionalligisten geschossen, der auf Rang 16 überwintert - ein Abstiegsplatz. Foto: Hartung
Die Homburger Spieler feiern Sahr Senesie (links). Der Angreifer hat für den Aufsteiger bisher fünf Mal getroffen und hat damit die meisten Tore für den Regionalligisten geschossen, der auf Rang 16 überwintert - ein Abstiegsplatz. Foto: Hartung

des FC Homburg