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2. Fußball-Bundesliga: Der FC nimmt die Favoritenrolle an

2. Fußball-Bundesliga : Der FC nimmt die Favoritenrolle an

Vor dem Saisonstart in der 2. Fußball-Bundesliga ist der 1. FC Köln um Nationalspieler Jonas Hector aus Auersmacher der große Favorit.

Die Mission des 1. FC Köln ist eindeutig: Der sofortige Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga soll, nein muss realisiert werden. „Wir sind top aufgestellt, nur in der falschen Liga“, sagt Präsident Werner Spinner: „Ich gehe davon aus, dass wir das schnell reparieren und aufsteigen.“

Nach der schlechtesten Bundesligasaison der Vereinsgeschichte muss der FC in der 2. Bundesliga Wiedergutmachung betreiben. Der Aufstieg ist nicht nur das klare Ziel, sondern fast eine Verpflichtung. Die Fans „haben uns mit Würde absteigen lassen. Es wird nicht einfach, aber wir sind gut aufgestellt“, sagt Manager Armin Veh: „Ich glaube, dass die Mannschaft stärker als in der vergangenen Saison ist.“

Eine Ansage, die vor allem auf einem Faktor beruht: Loyalität. Denn Vereinstreue wird in der Domstadt besonders groß geschrieben. Und von den Fans honoriert. 50 000 Anhänger kamen zur offiziellen Saisoneröffnung, die Unterstützung ist ungebrochen groß.

Jonas Hector, seines Zeichens Nationalspieler und neuer Kapitän des „Effzeh“, Torhüter Timo Horn, Marco Höger oder Marcel Risse werden weiterhin das FC-Trikot tragen. Die vier Spieler genießen bei Club und Fans fast Heldenstatus – obwohl auch sie den Abstieg in der vergangenen Saison nicht verhindern konnten. „Köln ist eine einmalige Stadt, der FC ein einmaliger Verein“, sagt Horn, für den nur der direkte Wiederaufstieg zählt: „Wir werden spielerisch in keiner Partie unterlegen sein.“

Der neue Trainer Markus Anfang soll dafür sorgen, dieses Potenzial auch regelmäßig abzurufen. „Warum sollen wir nicht sagen, wohin wir wollen? Für mich bedeutet das keinen zusätzlichen Druck“, sagt der ehemalige Kieler Erfolgstrainer: „Man muss sich nur bewusst machen, dass es nicht von jetzt auf gleich passiert.“

Anfang, 44 Jahre alt und in Köln geboren, weiß, wie es im Unterhaus funktionieren kann. In der vergangenen Spielzeit sorgte er mit Aufsteiger Holstein Kiel für Furore und scheiterte erst in der Bundesliga-Relegation am VfL Wolfsburg.

In dieser Saison verfügt Anfang über ganz andere Voraussetzungen. Der Kader ist im Marktwert-Vergleich mehr als dreimal so viel wert als der Großteil der Konkurrenz, für die Tore sollen etwa Simon Terodde oder Jhon Cordoba sorgen. Außerdem kann die Mannschaft auf die volle Unterstützung der Fans vertrauen.

Auch die Neuen versprechen einiges. Dem österreichischen Nationalspieler Louis Schaub (Rapid Wien) wird seit Jahren eine steile Karriere vorhergesagt. Die beiden Verteidiger Benno Schmitz (RB Leipzig) und Lasse Sobiech (FC St. Pauli) sammelten bereits Bundesliga-Erfahrung, Offensivspieler Dominick Drexler (FC Midtjylland) und Innenverteidiger Rafael Czichos waren Schützlinge von Anfang in Kiel. Zehn Spieler, unter ihnen Dominique Heintz (SC Freiburg) und Leonardo Bittencourt (1899 Hoffenheim), haben den Club bisher verlassen.

An diesem Samstag (13 Uhr/Sky) im Auswärtsspiel beim VfL Bochum will der FC die ersten drei Punkte holen. Dann zeigt sich, ob der Topfavorit auf den Aufstieg auch bereit ist für die harte Arbeit in der 2. Liga.

Kölns ehemalige Torhüter-Ikone und Vizepräsident Toni Schumacher ist jedenfalls zuversichtlich. Der FC und der ebenfalls abgestiegene Hamburger SV werden am Ende vorne stehen, sagte er: „Ich habe im Urlaub einige Hamburger getroffen und mit ihnen beschlossen, dass wir uns den Rest vom Hals halten.“