| 20:53 Uhr

Fußball-Saarlandpokal
Der Favorit gibt sich keine Blöße

Sebastian Jacob (links), hier im Zweikampf mit dem Jägersburger Tom Koblenz, war der Mann des Abends im Saarlandpokal-Halbfinale. Der FCS-Stürmer erzielte drei Tore.
Sebastian Jacob (links), hier im Zweikampf mit dem Jägersburger Tom Koblenz, war der Mann des Abends im Saarlandpokal-Halbfinale. Der FCS-Stürmer erzielte drei Tore. FOTO: Andreas Schlichter
Jägersburg. Regionalligist 1. FC Saarbrücken gewinnt das Halbfinale im Fußball-Saarlandpokal beim Oberligisten FSV Jägersburg mit 6:2.

Der 1. FC Saarbrücken steht im Finale des Fußball-Saarlandpokals. Der souveräne Tabellenführer der Regionalliga Südwest setzte sich gestern Abend beim FSV Jägersburg, dem Sechsten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland, mit 6:2 (3:1) durch.


„Hätte der FCS im Viertelfinale überall anders gespielt als beim FC Homburg, hätte es um dieses Halbfinale sicher deutlich weniger Aufregung gegeben“, hatte Jägersburgs Trainer Thorsten Lahm bereits vor der Partie gesagt, die unter starken Sicherheitsvorkehrungen ausgetragen wurde. Von den 100 dem FCS zur Verfügung stehenden Karten wurden im Vorverkauf 21 abgesetzt. Dennoch erlebten rund 800 Zuschauer das Halbfinale mit. Der Oberligist hatte den besseren Start. Der erste Warnschuss von Tim Koblenz ging nach acht Minuten aber deutlich über das von Ricco Cymer gehütete FCS-Tor. Koblenz war erst in der Nacht von einer Dienst­reise aus China zurückgekehrt.

Nach gut einer Viertelstunde wurde es wieder gefährlich im Gäste­strafraum. Der Ex-Saarbrücker Jan Reiplinger hatte abgezogen, der abgefälschte Ball klatschte an den Außenpfosten. Jägersburg witterte nun seine Chance. Der folgende Eckball wurde zu kurz abgewehrt, von der Strafraumgrenze zog Frederic Ehrmann ab und traf mit Unterstützung eines Abwehrbeines zum 1:0 (17.). Die Führung war nicht unverdient. „Natürlich ist es ein schönes Gefühl, gegen den Ex-Verein zu treffen, und mit der Führung keimte ja auch die Hoffnung auf Überraschung auf“, sagte Ehrmann, der unter Trainer Jürgen Luginger zum Drittliga-Kader des FCS gehörte, „wir haben uns nichts vorzuwerfen, denn Saarbrücken hat halt die beste Mannschaft im Südwesten.“

Danach sah es zunächst nicht aus. „Alles steht“, schimpfte Saarbrückens Abwehrchef Steven Zellner, „ich kann niemanden anspielen.“ Doch auch seine langen Bälle fanden zunächst keinen Adressaten. Dann aber zog der Favorit kurz das Tempo an. Sebastian Jacob – er spielte im FCS-Angriff neben Patrick Schmidt – nutzte die erste Unentschlossenheit in der FSV-Hintermannschaft zum 1:1 (21.) aus. Neun Minuten später ging das Saarbrücker Kombinationsspiel wieder zu schnell für den Oberligisten, Marwin Studtrucker vollendete mit einem Lupfer über Torwart Mirko Gerlinger zum 2:1. Jägersburg spielte weiter nach vorne, versteckte sich nicht. Doch in die aufkommende Hoffnung fiel noch vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Benedikt Seyler (Merzig) das 3:1. Markus Obernosterer war der Torschütze zum Pausenstand.

Wer weiß, was passiert wäre, hätte Jägersburgs Luis Kiefer direkt nach Wiederanpfiff aus spitzem Winkel das 2:3 markiert. So nahm die Partie ihren Lauf. Vier Ballkontakte nach einem Eckball für die Hausherren erhöte Obernosterer auf 4:1 (57.), Saarbrücken war nun endgültig auf der Siegerstraße. Daran änderte auch der sehenswerte Frei­stoß zum 2:4 von Steven Simon (63.) nichts mehr. FCS-Trainer Dirk Lottner brachte Martin Dausch, und der fand in Jacob gleich zwei Mal den geeigneten Spielpartner – es folgten die Tore zwei und drei des Stürmers (77., 86.) zum 6:2-Endstand. „Ich bin froh, getroffen zu haben“, sagte Jacob, „noch schöner ist es, 90 Minuten durchgehalten zu haben.“



Der FCS ist im Finale, Jägersburg erhobenen Hauptes ausgeschieden. „Ich bin hochzufrieden mit meiner Mannschaft“, sagte Trainer Lahm am Ende eines friedlichen Abends.