| 19:47 Uhr

Der erste Druck ist schon spürbar

Im Testspiel gegen Alemannia Aachen traf der Homburger Neuzugang Randy Edwini-Bonsu (Zweiter von rechts) zum 1:0-Sieg, in der Liga war er bis gestern noch nicht spielberechtigt. Foto: Schlichter
Im Testspiel gegen Alemannia Aachen traf der Homburger Neuzugang Randy Edwini-Bonsu (Zweiter von rechts) zum 1:0-Sieg, in der Liga war er bis gestern noch nicht spielberechtigt. Foto: Schlichter FOTO: Schlichter
Homburg. Der FC Homburg will in dieser Saison möglichst lange oben in der Tabelle mitmischen. Heute tritt der Regionalligist bei Eintracht Trier an. Im Falle einer Niederlage könnte die Spitzengruppe schon früh weit entfernt sein. Ralph Tiné

Kai Hesse hatte vor dem Auftakt der Fußball-Regionalliga eine klare Ansage gemacht. "Wir wollen dieses Jahr länger im Aufstiegskampf bleiben als in den letzten Jahren. Dafür ist ein guter Start in Nöttingen Pflicht", ließ der Stürmer des FC Homburg keine Zweifel an den Ambitionen der Saarpfälzer in dieser Saison. In den vergangenen beiden Spielzeiten war der FCH jeweils schwach gestartet, so dass der Anschluss an die Tabellenspitze frühzeitig verloren ging.


Diese Erfahrung aus den letzten beiden Jahren war mit ein Grund, dass die gut 100 mitgereisten Fans der Grün-Weißen schon nach der 1:2-Auftaktniederlage beim FC Nöttingen ihre Mannschaft mit Pfiffen bedachten. Dass die zum erweiterten Favoritenkreis auf die Relegationsplätze zählenden Homburger beim Aufsteiger verloren haben, wird auch den Ansprüchen der Spieler nicht gerecht. "Die Stimmung in der Kabine war nach dem Spiel ziemlich gedrückt. Wenn man als FC Homburg nach Nöttingen fährt, ist man der klare Favorit. Wir haben uns das auch anders vorgestellt", räumt der neuverpflichtete Innenverteidiger Jure Colak ein.

Wenn der FCH heute um 19.30 Uhr bei Eintracht Trier antritt, könnte der Druck auf Mannschaft und Trainer zu diesem frühen Zeitpunkt kaum größer sein. "Wir haben das erste Spiel in den Sand gesetzt. Wir wissen, dass wir unter Zugzwang stehen", redet Trainer Jens Kiefer nicht um den heißen Brei herum. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage droht dem FCH schon nach zwei Spieltagen ein deutlicher Rückstand auf die Spitze.

Trotz der hohen Erwartungen geben sich Mannschaft und Trainer locker und positiv gestimmt. "Es war der erste Spieltag. Da passieren manchmal Sachen, mit denen man nicht rechnet. Wir müssen uns jetzt erst einmal finden und einspielen. Ich bin zuversichtlich, dass wir am Mittwoch ein besseres Spiel machen und ein positives Ergebnis erzielen werden", sagt Colak. Auch Kiefer prophezeit "ein komplett anderes Spiel am Mittwoch. Wir werden gut vorbereitet nach Trier fahren und wollen dort punkten".

Ob Randy Edwini-Bonsu dabei mithelfen kann, ist noch ungeklärt. In Nöttingen fehlte der Neuzugang mit kanadischem und ghanaischem Pass aufgrund einer unzureichenden Aufenthaltsgenehmigung. Da der Spieler zum Stichtag am 1. Juli vereinslos war - er wechselte am 20. Juli zum FCH -, wurde seine Aufenthaltsgenehmigung nicht wie üblich um ein Jahr, sondern nur um drei Monate verlängert. Infolgedessen hat der offensive Außenbahnspieler noch keine Spielberechtigung vom Verband. Wie lange das Prozedere dauert, ist nicht abzusehen. "Normalerweise wäre das kein großes Problem. Aber wegen der derzeitigen Flüchtlingsproblematik ist das Verfahren deutlich komplizierter als gewöhnlich. Ich weiß, dass deswegen auch andere Vereine die gleichen Probleme haben", sagte FCH-Sportvorstand Angelo Vaccaro gestern. Auch der Einsatz von Andre Kilian ist fraglich. Der Mittelfeldmann hat sich im Training eine Leistenzerrung zugezogen.