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Der erste Drittliga-Punkt für die SVE

Darmstadt. In ihrem ersten Drittliga-Spiel hat die SV Elversberg einen Punkt vom Auswärtsspiel bei Darmstadt 98 mitgebracht. Daniel Jungwirth hatte dabei kurz vor dem Ende des Spiels sogar den Siegtreffer auf dem Fuß. leh

"Mist!", rief Jens Kiefer fünf Minuten nach dem Abpfiff. "Wenn Daniel Jungwirth das Ding kurz vor Schluss rein macht, gewinnen wir das Spiel. Es wäre zwar etwas glücklich gewesen, aber das spielt keine Rolle", sagte der Trainer des Fußball-Drittligisten SV Elversberg nach dem 0:0 zum Saisonauftakt bei Darmstadt 98.

Während der Trainer der Chance nachtrauerte, bedankten sich die Spieler bei den mitgereisten Fans und freuten sich über einen nicht unverdienten Punktgewinn. Vor 5200 Zuschauern begann die Partie mit einer 20-minütigen Abtastphase, in der es kaum Strafraumszenen gab. Danach wurde Darmstadt 98 stärker. Nach einem Freistoß köpfte Aytac Sulu aus acht Metern auf das SVE-Tor, doch Torhüter Kenneth Kronholm konnte mit einer starken Parade abwehren (22.). Erst einen Tag vor dem Spiel hatte Trainer Kiefer Kronholm zur Nummer eins vor Neuzugang Morten Jensen gemacht. "Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, nur das zählt", sagte Kronholm, der am Samstag einer der besten Elversberger war und kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal in höchster Not rettete.

Die SVE-Kicker zeigten vor der Pause in Ansätzen, welches spielerische Potenzial sie haben, agierten aber noch zu mutlos. Deutlich dagegen gehalten wurde trotzdem. Marc Gallego sah bereits nach 19 Minuten die Gelbe Karte, fünf weitere SVE-Spieler wurden früh ermahnt.

Nach dem Seitenwechsel blieben zunächst die Einheimischen am Drücker. Elversbergs Sechser Muhittin Bastürk verlor beim Spielaufbau den Ball, Darmstadts Stürmer Marco Sailer kam aus zwölf Metern zum Schuss - wieder hielt Kronholm (48.). Die SVE spielte weiter sehr robust und ging dabei laut Gästetrainer Dirk Schuster auch einige Male über die Grenzen hinaus.

In der 69. Minute wechselte Kiefer Stürmer Felix Luz für Angelo Vaccaro ein und links offensiv Bryan Mélisse für Marc Gallego. Und plötzlich ging die Post ab im Spiel der SVE. Luz spielte einen 50-Meter-Flugball auf Mélisse, der nahm den Ball im Strafraum an, wurde aber von einem Abwehrspieler am Abschluss gehindert (75.). Zwei Minuten später hatte die SVE die größte Chance des Spiels. Luz setzte sich auf links gegen drei Gegenspieler durch, spielte den Ball am herauseilenden Darmstädter Torhüter Jan Zimmermann vorbei zu Daniel Jungwirth, doch der scheiterte mit seiner Direktabnahme auf das leere Tor. "Ich habe versucht, den Ball anzuschneiden, doch er ging knapp vorbei", erklärte Jungwirth.

"Wir haben uns im ersten Spiel noch nicht richtig getraut. Aber spielerisch haben die uns heute nix vorgemacht. Wir müssen vielleicht noch mutiger spielen", sagte SVE-Kapitän Timo Wenzel. Lob gab es auch von Luz-Freund Kevin Kuranyi. Der Ex-Nationalstürmer in Diensten des russischen Erstligisten Dinamo Moskau ist nach einer Muskelverletzung zu Reha-Maßnahmen in Stuttgart. "Die Elversberger haben ein paar richtig gute Kicker in ihren Reihen. Ich traue ihnen noch mehr zu, als sie heute gezeigt haben", sagte Kuranyi.