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Der Entwickler aus DänemarkSchöttler/Kindervater und Fuchs/Overzier im Halbfinale

Der Entwickler aus DänemarkSchöttler/Kindervater und Fuchs/Overzier im Halbfinale

Saarbrücken. "Darf ich mal kurz was sagen?" So brachte Jakob Hoi früher vorsichtig seine Ideen ein, wenn er und die anderen Trainer zusammensaßen und es um andere Disziplinen als Mixed- und Herren-Doppel ging, die Hoi betreute. Doch seit einem halben Jahr ist Hoi Chef-Bundestrainer - und seine Vorsicht gehört der Vergangenheit an. "Als Trainer mache ich nichts anders

Saarbrücken. "Darf ich mal kurz was sagen?" So brachte Jakob Hoi früher vorsichtig seine Ideen ein, wenn er und die anderen Trainer zusammensaßen und es um andere Disziplinen als Mixed- und Herren-Doppel ging, die Hoi betreute. Doch seit einem halben Jahr ist Hoi Chef-Bundestrainer - und seine Vorsicht gehört der Vergangenheit an. "Als Trainer mache ich nichts anders. Ih habe ja auch vorher schon bei den anderen Disziplinen mitgeredet", sagt er und lacht, "nur jetzt ist es offiziell. Jetzt kann ich direkt meine Meinung sagen." Mitreden, Badminton-Spieler aufbauen, ihre Entwicklung beobachten - das war schon immer sein Ding. "Ich glaube, jeder macht das, was er gut und gerne macht. Und Trainer zu sein ist das, was ich mag", erzählt er und lässt seinen Blick über die Spielfelder in der Saarlandhalle schweifen, wo gerade die Bitburger Open stattfinden.Eigentlich kommt der 33-Jährige aus Dänemark, aber Fuß fassen wollte er als Trainer lieber in Deutschland. "Als ich in Dänemark noch Jugendspieler war, war nichts organisiert. Ich hatte nur die Liebe zum Spiel", erinnert sich Hoi. Mit 15 Jahren ging er auf seinen ersten Trainerlehrgang, "dann hatte ich die Möglichkeit, mich als Assistenztrainer weiterzubilden", erklärt Hoi, "es hat mir viel Spaß gemacht, und ich war vier Jahre lang U19-Nationaltrainer. Mit ihnen habe ich natürlich auch viele internationale Turniere gemacht. Auch in Deutschland, beim Langenfeld Cup, oder den German Open. Dadurch habe ich auch deutsche Trainer kennengelernt."So wie Jugend-Bundestrainer Holger Hasse. Durch ihn ist Jakob Hoi vor zweieinhalb Jahren am Olympiastützpunkt in Saarbrücken gelandet, als Bundestrainer im Herrendoppel und im Mixed. "Deutschland ist sehr attraktiv, hat im Badminton eine gute und professionelle Struktur. In Dänemark hatte ich da keine Ambitionen. Es gibt dort auch keine Abstimmung zwischen den Erwachsenen und der Jugend. Hier kann ich für alle ein offenes Buch sein. Das Problem, hierher zu kommen, war mehr eine persönliche Sache. Aber es hat alles gepasst und ich habe mich gut eingelebt. Manchmal fahre ich zu meiner Familie, meistens haben wir Kontakt über das Internet und Skype."Aber auch wenn er dabei einen zufriedenen Eindruck macht, kann Hoi nicht leugnen, dass ihm sein dänisches Umfeld fehlt. "Meine Nichte und meinen Neffen würde ich gerne öfter sehen. Und mir fehlt die Möglichkeit, am Wochenende einfach mal ein paar Freunde anzurufen, um mit ihnen essen oder Badminton spielen zu gehen. Zeit hätte ich dazu sowieso kaum, aber allein die Möglichkeit zu haben, fehlt mir", meint er ein bisschen betrübt.Hoi ist eben ein sozialer Typ. Wenn er nicht gerade mit seinen Schützlingen beschäftigt ist, schnappt er sich sein Fahrrad oder geht mit anderen Leuten laufen. "Manchmal spiele ich auch zum Spaß selbst Badminton in Wiebelskirchen oder gegen Spieler von Bischmisheim. Einfach zum Spiel und Spaß, ohne dass jemand etwas erwartet", grinst er. Die Erwartungen kommen nun auf seine Spieler zu. Denn Hoi bereitet sie schon auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London vor. "Juliane Schenk und Marc Zwiebler haben im Einzel jeweils gute Chancen, sich zu qualifizieren", sagt der Däne, dessen Herzenswunsch eine Medaille wäre. Schwieriger wird es in den Doppel-Disziplinen - "vor allem im Herren-Doppel", weiß Hoi. Der Bundestrainer will auch Talenten wie Oliver Roth (Rosenheim), den Doppelpartner von Bischmisheims Michael Fuchs, eine Chance geben. Denn "Entwicklung ist für mich ein riesiges Thema. Ich lege den Fokus nicht nur auf das Ergebnis. Das habe ich aus Dänemark mitgebracht", sagt Jakob Hoi. Und als Chef-Bundestrainer kann er ja seine Pläne direkt einbringen. Saarbrücken. Stell' dir vor, es ist Halbfinaltag bei den Bitburger Open - und es ist kein Deutscher mehr im Wettbewerb. Eine Horrorvorstellung für den Veranstalter. Doch genau das drohte, nachdem die deutschen Nationalspieler an den ersten beiden Tagen nach und nach als Verlierer die Felder in der Saarbrücker Saarlandhalle verlassen mussten. Drei Paare hatten es bis ins Viertelfinale geschafft - weniger als erwartet und auch Ausdruck der Stärke des Teilnehmerfeldes, das bislang von chinesischen Talenten dominiert wurde.Aber weil der Badminton-Gott ein Saarländer ist - man erinnere an die fünf deutschen Meistertitel in Serie für den 1. BC Bischmisheim - dürfen sich die Zuschauer am Samstag auf zwei Spiele mit deutscher Beteiligung freuen. Denn Lokalmatador Michael Fuchs (Foto: SZ) zieht im Mixed mit Birgit Overzier (BC Beuel) weiter seine Kreise. Nach einem lockeren 21:15, 21:11 gegen die Iren Sam und Chloe Magee treffen Fuchs und Overzier im Halbfinale auf die Briten Marcus Ellis und Heather Olver.Das Spiel des Tages lieferten Johannes Schöttler (Bischmisheim) und Ingo Kindervater (Beuel), die in einem dramatischen Duell Marcus Ellis/Robin Middleton (England) mit 18:21, 21:13 und 28:26 niederrrangen. "Am Schluss war es nur noch ein Kampf, da war nicht mehr viel Taktik im Spiel", stammelte Schöttler. Für Max Schwenger/Fabian Holzer kam dagegen das Aus. cjo/mwe "Deutschland ist sehr attraktiv, hat im Badminton eine gute und professionelle Struktur."Jakob Hoi,Chef-Bundestrainer