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Der Druck wird größer

Der Druck wird größer

Die neuen Korruptionsvorwürfe gegen Katar sorgen weiter für große Aufregung. Die Stimmen, die eine Neuvergabe der WM 2022 fordern, sollten sich die Anschuldigungen bestätigen, werden immer lauter.

Nach den neuen Korruptionsvorwürfen gegen den WM-Gastgeber Katar werden die Forderungen nach einer Neuvergabe des Fußball-Weltturniers immer lauter. Vor allem die Nationen, die mit ihren Bewerbungen um Weltmeisterschaften zuletzt unterlagen waren, üben heftige Kritik und setzen den Weltverband Fifa unter Druck. Lord Peter Goldsmith, Mitglied der unabhängigen Fifa-Reformkommission, schloss eine neue Abstimmung über das Weltturnier in acht Jahren nicht aus. "Wenn es bewiesen ist, dass die Entscheidung, Katar die WM zu geben, durch Bestechung und unangemessene Einflussnahme herbeigeführt wurde, dann sollte diese Entscheidung nicht mehr stehen", sagte der frühere britische Generalstaatsanwalt.

Auch Australien pocht nach der Bewerbungs-Niederlage gegen das Wüsten-Emirat auf eine neue Chance. "Es sind ernsthafte Vorwürfe und wir wollen sehen, was die Antwort sein wird", sagte der nationale Fußball-Chef David Gallop bezüglich der Fifa-Ermittlungen wegen des Verdachts der Bestechung beim Votum für Katar. Die Zeitung "The Australian" schrieb, dass der Verband eine erneute Kandidatur in Betracht ziehe, sollte dem Emirat die WM 2022 entzogen werden. Der niederländische Fußball-Verband KNVB sprach sich in einer Stellungnahme ebenfalls für eine Neuvergabe aus.

Bis dahin ist es aber trotz der Enthüllungen der "Sunday Times", die von Zahlungen des Ex-Spitzenfunktionärs Mohamed bin Hammam von fünf Millionen Dollar berichtete, noch ein weiter Weg. Selbst wenn der Bericht von Fifa-Ermittler Michael Garcia eine Neu-Ausschreibung nahe legt, ist mit einem Gang durch alle Instanzen der Sport- und Zivilgerichtsbarkeit zu rechnen. Bin Hammam soll dutzende afrikanische Funktionäre mit Zuwendungen beeinflusst haben. Der Chef des afrikanischen Verbands Issa Hayatou wies alle Anschuldigungen zurück und nannte die Vorwürfe gegen ihn "fantasievoll". Garcia will seine Untersuchungen bis zum 9. Juni abschließen. Nach der WM-Endrunde in Brasilien will er seinen Bericht an die Rechtskammern weiterleiten.

Katar hatte sich bei der Vergabe im Dezember 2010 gegen Australien, die USA, Südkorea und Japan durchgesetzt. Deren Bewerbungschef Yuichiro Nakajima drängt angesichts der neuerlichen Anschuldigungen gegen Katar auf weitreichende Maßnahmen: "All dies weist auf die Notwendigkeit für große Reformen hin, wie die Fifa geführt werden muss."

Den Profis aus der Bundesliga ist die Lust auf eine WM im Emirat ebenfalls vergangen. 61,6 Prozent der 220 Spieler, die an einer Befragung des "Kicker" teilnahmen, votierten dafür, Katar die WM wieder zu entziehen. 16,1 Prozent stimmten bei der Frage mit Nein. 22,3 Prozent war es egal.