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| 21:30 Uhr

Der Druck wächst

Granollers. Mit kleinen Augen verfolgte Martin Heuberger das muntere Treiben im Foyer des Mannschaftshotels "Ciutat de Granollers", wo die französischen Superstars um den ehemaligen Kieler Nikola Karabatic gut gelaunt Autogramme schrieben. Derweil gerät der Bundestrainer mit seiner neuformierten Mannschaft zunehmend unter Druck

Granollers. Mit kleinen Augen verfolgte Martin Heuberger das muntere Treiben im Foyer des Mannschaftshotels "Ciutat de Granollers", wo die französischen Superstars um den ehemaligen Kieler Nikola Karabatic gut gelaunt Autogramme schrieben. Derweil gerät der Bundestrainer mit seiner neuformierten Mannschaft zunehmend unter Druck. Die deutschen Handballer müssen heute gegen Argentinien (18.15 Uhr/ARD) unbedingt gewinnen, um nicht das Minimalziel Achtelfinale zu verpassen."Es geht um alles. Ich erwarte nichts anderes als einen Sieg", sagte Torhüter Silvio Heinevetter am Tag nach der ebenso schmerzhaften wie unnötigen Niederlage gegen Tunesien (23:25) und ergänzte: "Wir haben immer ein Grottenspiel dabei. Das sollte mit der Partie am Sonntag erledigt sein."

Auch der wegen Rückenproblemen angeschlagene Kapitän Oliver Roggisch unterstrich die Bedeutung des Duells mit den Gauchos: "Wir haben jetzt zwei Spiele, die wir gewinnen müssen. Wir wollen es schließlich nicht auf die Partie gegen Frankreich ankommen lassen." Nach dem Spiel am Mittwoch gegen Montenegro ist der Olympiasieger am Freitag der letzte deutsche Gruppengegner - und in der aktuellen Verfassung außer Reichweite für Heubergers Team.

Der Bundestrainer hatte sich auch gestern noch nicht vollständig von der ersten Niederlage seiner Handballer im Jahr 2013 erholt. Zu viele Baustellen hatte ihm die nächtliche Analyse offenbart. Zum einen war er mit der Defensivarbeit inklusive der Leistung von Torhüter und Leistungsträger Silvio Heinevetter unzufrieden. Der Berliner parierte nur sechs der 27 Würfe aus sein Tor. Zu oft waren die nordafrikanischen Rückraumspieler um den zukünftigen Kieler Wael Jallouz (er erzielte acht Treffer) aus der Ferne zu Torerfolgen gekommen. Vor allem bemängelte Heuberger aber die schlechte Chancenverwertung. "Ich habe bei vielen Fehlwürfen den letzten Einsatz vermisst - besonders im Gegenstoß", sagte Heuberger. Zudem haderte er mit nicht angebrachten Trickwürfen seiner Spieler: "Wenn ein Dreher im Tor ist, ist das die einzige Entschuldigung."

Der Verbands-Vizepräsident Horst Bredemeier erhöhte unterdessen den Druck auf die Mannschaft. "Wir müssen die nächsten beiden Spiele gewinnen, das ist sehr wichtig." Er wünscht sich ein mutigeres Angriffsspiel. "Wir haben noch immer ein klares Ziel vor Augen, und das heißt Viertelfinale", sagte der deutsche Delegationsleiter.

Das wollen die Spieler auch erreichen. Für Roggisch steht ein Misserfolg heute nicht zur Debatte. "Wir werden gegen Argentinien gewinnen, und dann ist Tunesien vergessen", sagte der 34-Jährige trotzig: "Wenn du nachher im Viertelfinale bist, zählt alles, was vorher war, nicht mehr." sid

Am Rande

Bob Hanning, Manager des Bundesligisten Füchse Berlin, will Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Handballbundes (DHB) und damit Nachfolger des scheidenden Horst Bredemeier werden. "Ich werde den Mitgliedern im September meine Person zur Verfügung stellen", sagte der 44-Jährige am Rande der Handball-WM in Spanien. Offen ist weiterhin, wer auf den ebenfalls scheidenden Präsidenten Ulrich Strombach folgt. Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, Bredemeier und andere hoffen auf einen Kandidatur des Ex-Bundestrainers Heiner Brand. Der aber hatte sein Interesse zuletzt immer wieder dementiert. dpa