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Der Druck auf Schumacher wächst

Der Druck auf Schumacher wächst

Sepang. In der "Sauna" von Sepang macht Sebastian Vettel und Michael Schumacher nicht nur die extreme Schwüle zu schaffen. Die deutschen Formel-1-Piloten könnten noch aus ganz anderen Gründen ins Schwitzen kommen. Der Red-Bull-Pilot wünscht inständig, dass ihn beim Großen Preis von Malaysia nicht auch seine anfällige "Defekt-Dose" zum Kochen bringt

Sepang. In der "Sauna" von Sepang macht Sebastian Vettel und Michael Schumacher nicht nur die extreme Schwüle zu schaffen. Die deutschen Formel-1-Piloten könnten noch aus ganz anderen Gründen ins Schwitzen kommen. Der Red-Bull-Pilot wünscht inständig, dass ihn beim Großen Preis von Malaysia nicht auch seine anfällige "Defekt-Dose" zum Kochen bringt. "Ich hoffe, dass ich ins Ziel komme", sagte Vettel, der nach zwei Technik-Pleiten in Serie stinksauer ist. Immerhin hat Red Bull inzwischen die Ursache ausgemacht. Grund sei ein verloren gegangener Antriebsdrehmoment zwischen der linken Vorderachse und dem Rad gewesen.

Und Schumacher - der steht nach dem ernüchternden zehnten Rang in Melbourne schon unter öffentlichem Druck, sieht aber vorerst keine realistische Siegchance: "Ein Podiumsplatz ist derzeit das Maximum für uns." Der siebenmalige Weltmeister erklärte am Mittwoch in Kuala Lumpur, dass es im Silberpfeil schwierig sei, dicht hinter einem Vordermann herzufahren. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hatte nach Melbourne erklärt, dass die verwirbelte Luft Probleme bereite. Aber trotz dieser Nachteile stellte Schumacher gelassen den Spaß-Faktor in den Vordergrund: "Ich werde es auch in Sepang genießen."

Im Vorfeld des dritten Saisonlaufs am Sonntag (10 Uhr unserer Zeit) rührte Mercedes-GP erst mal in der Hauptstadt Kuala Lumpur mit einem PR-Marathon die Werbetrommel für das Heimrennen des neuen Hauptsponsors (Petronas). Das geplante Fotoshooting bei den spektakulären Twin Towers, dem höchsten Zwillings-Gebäude der Welt, musste allerdings wegen sintflutartigen Regens abgesagt werden.

Das tropische Klima könnte sich auch beim Grand Prix negativ für die Silberpfeile auswirken. "Bei Hitze haben wir mehr Probleme", räumte Schumacher ein. Zudem tendiert das Auto in langgezogenen Kurven wie auf dem Sepang International Circuit zum Untersteuern. Von daher dürfte Schumacher seinen drei Siegen in Sepang nur schwer den vierten hinzufügen können. Die italienische "La Gazzetta dello Sport" spottete schon über den einstigen Ferrari-Star: "Der neue Schumacher ist nur noch ein Ex-Phänomen. Die deutsche Presse kritisiert ihn, die TV-Einschaltquoten sinken, Rosberg schlägt ihn."

Der 5,543-Kilometer-Kurs zählt übrigens zu Rosbergs Lieblingsstrecken. "Sepang ist schnell, herausfordernd, hat ein nettes Layout und viele Kurvenvarianten. Es ist toll, dort zu fahren", sagte der Wiesbadener, "wir hoffen, dass wir weiterhin in den Punkten landen." Sein Chef Norbert Haug gab als bescheidenes Ziel aus, "weiter zu punkten und die Basis für weitere technische Verbesserungen zu schaffen". dpa