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Der "Dicke" und die Liebe

Der "Dicke" und die Liebe

Saarlouis. Wenn im Umfeld des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis von einem "Dicken" die Rede ist, dann sucht man vergeblich nach einem Spieler, auf den dieser neckende Kosename passen könnte. Auch beim genaueren Hinschauen fällt einem kein Akteur auf, der sich "massiv" von den anderen unterscheidet

Saarlouis. Wenn im Umfeld des Handball-Zweitligisten HG Saarlouis von einem "Dicken" die Rede ist, dann sucht man vergeblich nach einem Spieler, auf den dieser neckende Kosename passen könnte. Auch beim genaueren Hinschauen fällt einem kein Akteur auf, der sich "massiv" von den anderen unterscheidet. Kenner wissen allerdings genau, wer "der Dicke" ist: Torhüter Darius Jonczyk.

In den vergangenen Spielen bewies der 26-Jährige eindrucksvoll seine Qualitäten zwischen den Pfosten - auch wenn er diese nicht mehr so ausfüllt wie noch vor wenigen Monaten. Auch an diesem Samstag wird das Urgestein der HG Saarlouis - er spielt seit 20 Jahren im Verein - wohl von Anfang an spielen, wenn er mit seiner Mannschaft im zweiten Heimspiel in Folge auf den Aufsteiger SG Haslach trifft (19.30 Uhr). "Ich habe vor Saisonbeginn 15 Kilo abgenommen", erklärt Jonczyk seine neue Leichtigkeit auf dem Feld: "Das ist mir auf einmal ganz leicht gefallen, ich weiß auch nicht, wieso."

Ein guter Torwart war Jonczyk schon immer. Er schaffte es sogar bis in die A-Jugend-Nationalmannschaft (zwölf Einsätze). Damals gab es sogar Anfragen anderer Vereine, aber ein Wechsel aus dem Saarland kam für ihn nie in Frage. "Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch. Ich wollte meine Ziele mit der HG Saarlouis erreichen - und das haben wir ja geschafft", sagt Jonczyk stolz.

"Darius ist ein Spieler, der mit sehr viel Emotion spielt. Vor allem vor eigenem Publikum", sagt Trainer Andre Gulbicki über seinen Schlussmann, der "seine Chance in Düsseldorf bekommen hat und sich gleich genutzt hat". Bis dahin hatte Jonczyks Kontrahent Jan Peveling mehr Einsatzminuten. Er erwischte nach einer starken Vorbereitung von beiden den besseren Start - und das hatte einen Grund. "Gleich nach der Vorbereitung hat mich eine Magen-Darm-Grippe erwischt und mich für mindestens vier Wochen außer Gefecht gesetzt", erinnert sich der gebürtige Oberschlesier Jonczyk: "Jetzt fühle ich mich wieder topfit wie in der Vorbereitung, habe wieder mehr Kondition und dadurch eine bessere Konzentration."

Davon konnten sich die Saarlouiser Zuschauer im Heimspiel der HG vor einer Woche gegen den ThSV Eisenach (36:31) überzeugen: 15 Paraden, davon zwei gehaltene Siebenmeter - Jonczyk begeisterte neben seinen Mitspielern die 1300 Fans. "Das ist seine Stärke: Er reißt die Mannschaft und die Fans gleichermaßen mit", schwärmt Kapitän Danijel Grgic von den Stärken des (nicht mehr ganz so) "Dicken" und ergänzt: "Im Eins gegen Eins ist er unglaublich gut. Von Außen kann man ihm im Training schon noch ein bisschen veräppeln. Aber er ist sehr ehrgeizig und fleißig und hat schon viel dazu gelernt."

Jonczyks ansteigende Form schreibt Grgic nicht nur dem Gewichtsverlust zu: "Seit vier Monaten ist er endlich mal wieder glücklich verliebt. Ich glaube, das macht auch Einiges aus." Darauf angesprochen, sagt der bei der Dillinger Hütte angestellte Zerspanungsmechaniker: "Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Aspekt, der mich zu solchen Leistungen treibt." "Er reißt die Mannschaft und die Fans gleichermaßen mit."

Danijel Grgic, Kapitän der HG Saarlouis,

über Darius Jonczyk