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Der Dauerläufer überragt alle

Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern bleibt zuhause eine Macht und in der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga weiter ganz oben an. Aber auch beim 2:1-Sieg am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg kam wieder ein Verletzter hinzu. Mirko Reuther

Drei Punkte gewonnen - aber vielleicht den Kapitän verloren: Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat seinen 2:1 (2:0)-Sieg im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag womöglich teuer bezahlt. In der Partie der ehemaligen Bundesligisten humpelte FCK-Abwehrspieler Willi Orban in der 55. Minute verletzt vom Feld. "Ich bin schon in der ersten Hälfte umgeknickt, danach ist das Sprunggelenk immer dicker geworden", berichtete Orban. Eine genaue Diagnose steht aus.

Ein Ausfall des 22-Jährigen käme zur Unzeit. Weil auch Dominique Heintz noch mehrere Wochen wegen eines Muskelbündelrisses fehlt, müssten die Pfälzer in der richtungweisenden Partie am nächsten Sonntag beim Karlsruher SC auf ihre komplette etatmäßige Innenverteidigung verzichten. "Wenn es so kommt, werden wir nicht jammern, sondern Lösungen finden", sagte FCK-Trainer Kosta Runjaic.

Die Lösung gegen Nürnberg hieß Michael Schindele. Das 21-jährige Eigengewächs wurde für Orban eingewechselt und zeigte bei seinem Zweitliga-Debüt eine ordentliche Leistung. Für die Pfälzer wäre ein Ausfall ihres Kapitäns dennoch ein herber Verlust. Gegen Nürnberg war Orban bereits zum fünften Mal in dieser Saison an einem Treffer beteiligt. Nach Ecke von Kerem Demirbay traf der 22-jährige per Kopf zunächst die Latte. Den Abpraller stocherte Alexander Ring aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie (14. Minute).

Ring war am Samstag bester Mann auf dem Platz. Der Finne überzeugte als Dauerläufer und war auf dem Platz überall zu finden, wo es brannte. "Überragend" fand Runjaic Rings Einsatz, als der in der 22. Minute Nürnbergs durchgestartetem Alessandro Schöpf mit einem fulminanten Sprint nachsetzte und ihn an der eigenen Strafraumgrenze fair vom Ball trennte. "Nie einen Ball verloren geben", kommentierte Ring seine Rettungstat, nach der Stürmer Philipp Hofmann auf 2:0 erhöhte (30. Minute).

In der zweiten Hälfte trat der FCK nicht mehr so giftig auf, hatte aber die besseren Chancen. Weil aber allein Jean Zimmer in der Schlussphase zweimal an Nürnbergs Torhüter Rakovsky und einmal an der Latte scheiterte, kam beim überraschenden Anschluss der Franken durch Schöpf (90.) noch einmal Spannung auf. Am Ende siegte der FCK vor 35 830 Zuschauern aber verdient. Matchwinner Ring analysierte: "Nürnberg hat sich nicht versteckt und uns so Räume geboten, die wir in der ersten Halbzeit richtig gut ausgenutzt haben. Jetzt gilt unsere ganze Konzentration Karlsruhe."