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Regionalliga Südwest: Der Dauerbrenner im Röchling-Tor

Regionalliga Südwest : Der Dauerbrenner im Röchling-Tor

Torhüter Sebastian Buhl hat sich mit dem Regionalliga-Aufstieg mit Völklingen einen Traum erfüllt.

Fußball-Torhütern wird mitunter nachgesagt, dass sie etwas eigenbrötlerische Typen seien. Auf Sebastian Buhl trifft das augenscheinlich kaum zu. Der Torwart des Regionalliga-Aufsteigers SV Röchling Völklingen ist durch und durch Mannschaftsspieler.

Beim 4:0-Testspielsieg beim Saarlandligisten FSG Ottweiler/Steinbach am Mittwoch blieb Buhl auch bei drückender Hitze jenseits der 30 Grad in der Halbzeitpause auf dem schattenlosen Platz. Statt mit seinen Kollegen in die Kühle der Kabine zu flüchten, schoss der Torwart Philippe Stelletta warm, der ihn in der zweiten Halbzeit im Völklinger Tor ersetzte. Danach absolvierte der 28-Jährige freiwillig noch einige Runden im Ottweiler Stadion „Im alten Weiher“, bevor es schließlich unter die Dusche ging. „Ich hatte bisher noch nicht so viele Einheiten, deshalb muss ich zusätzlich noch etwas machen“, erklärt Buhl das Sondertraining. Dass er trotz aller Disziplin seine Intervallläufe rund um den Ottweiler Rasen auch mal unterbricht, um einem kleinen Jungen beim Zuschnüren seiner Fußballschuhe zu helfen, ist dabei eine sympathische Randnotiz.

In den Relegationsspielen gegen den FSV Bissingen und Rot-Weiß Frankfurt zeigte Buhl zum Teil großartige Leistungen und hatte entscheidenden Anteil an der Beförderung des SV Röchling in die Regionalliga. Dennoch spricht der gebürtige Bischmisheimer, der heute mit seiner Frau in Wadgassen lebt, lieber über die Mannschaft als über sich selbst. „Wir brauchen nicht über die Leistungen von einzelnen Personen zu reden. Wer die Spiele gesehen hat, weiß, dass da eine Mannschaft auf dem Platz gestanden hat, in der jeder über sein Maximum hinausgegangen ist. Wir waren einfach ein verschworener Haufen“, sagt Buhl.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass der Ballfänger noch immer sichtlich stolz auf das Erreichte ist: „Die Erfahrungen in den Relegationsspielen und der Aufstieg sind ganz klar der größte Erfolg für mich als Fußballer. Ich denke, sowas erlebt zu haben, können im Saarland nicht viele von sich behaupten.“

Dass Röchling trotz der starken Auftritte des Stammtorhüters in der Relegation noch einen weiteren Torwart verpflichten will, ist für Buhl ein völlig normaler Vorgang: „Der Verein geht in eine gewisse Klasse, in der man auf alles reagieren muss. Deswegen ist es selbstverständlich, dass der Verein noch einen Torwart verpflichtet. Ich denke, wie am Ende die Konstellation genau aussehen wird, steht jetzt noch nicht fest.“

Das bestätigt Günter Erhardt: „Wir brauchen zwei Torleute, die Regionalliga spielen können.“ Der Röchling-Trainer traut Buhl die höhere Klasse auf jeden Fall zu. Er sagt aber auch: „Sebastian hat noch nie Regionalliga gespielt. Das ist auch für ihn Neuland.“ Wenn der neue Mann kommt, wird die Nummer eins im Völklinger Tor im offenen Konkurrenzkampf entschieden.

Buhl wird alles daran setzen, in seinem elften Jahr beim SV Röchling seinen Stammplatz zwischen den Pfosten zu verteidigen. „Völklingen war mein erster und bis heute einziger Aktiven-Verein, nachdem ich 2007 aus der U19 des 1. FC Saarbrücken in die damalige Verbandsliga nach Völklingen gekommen war. Am Anfang hatten wir noch gegen den Abstieg gespielt, doch danach ging es immer weiter aufwärts“, erinnert sich der Spieler an seine lange Laufbahn in der Hüttenstadt.

Mit dem Aufstieg in die Regionalliga ist der vorläufige Zenit dieser Entwicklung erreicht. Ob sich der Verein mit seinem deutlich unterdurchschnittlichen Etat länger als eine Spielzeit in der vierthöchsten deutschen Spielklasse halten wird, vermag Buhl nicht vorauszusagen. „Für mich persönlich ist das Ganze ein großes Abenteuer. In den großen Stadien zu spielen wie in Offenbach oder Mannheim – oder auch, dass wir gegen Saarbrücken im Endeffekt zwei Heimspiele haben. Da kann jeder noch was für sein Leben mitnehmen. Wir schauen einfach, was daraus wird. Die Klasse zu halten wird sicherlich schwer“, sagt Buhl mit angenehmer Bodenständigkeit.