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Der brave Fips und die Mannschaftskasse

Der brave Fips und die Mannschaftskasse

Wir haben es geschafft. Mittels Stasimethoden haben wir unseren Mann ins Trainingslager der Deutschen eingeschleust. Er genießt das vollste Vertrauen von Bundestrainer Joachim Löw. Er darf sogar Kabinenansprachen halten. Die Spieler nennen ihn bereits liebevoll "Trainer". Selbstredend schützen wir seine Identität. Wir nennen ihn "Ich"

Wir haben es geschafft. Mittels Stasimethoden haben wir unseren Mann ins Trainingslager der Deutschen eingeschleust. Er genießt das vollste Vertrauen von Bundestrainer Joachim Löw. Er darf sogar Kabinenansprachen halten. Die Spieler nennen ihn bereits liebevoll "Trainer". Selbstredend schützen wir seine Identität. Wir nennen ihn "Ich". Zugegeben - "Ich" ist böse, und populistisch - aber er steht für den bedingungslosen Erfolg. SZ-Redakteur Michael Kipp steht mit "Ich" in Kontakt und schreibt seine Ansprachen nieder. Hier die erste. Entstanden nach dem gestrigen Training: Ich: Määääääännnnnnnnnnaaa, gut trainiert heute. Tolle vertikale Pässe, toll. Arne, ich wusste gar nicht, dass du acht Mal mit dem Ball jonglieren kannst. Arne: Ich auch nicht. Das hat mir Per beigebracht, der kann schon zwölf Mal. Özil: Ich kann 1765 Mal. Ich: Mir egal, du musst noch mehr Zug zum Tor haben. Mehr den Abschluss suchen. Poldiiii, hör auf, in Bierhoffs Schampoo zu pinkeln. Wärst du mal auf dem Platz so kreativ. Poldi: Jogi hat immer gesagt, ich mach das gut auf der linken Seite. Da muss ich auch nicht so oft zurücklaufen. Da kann ich es doch einfach mal laufen lassen. Ich: Nein, Poldi, du musst immer in Bewegung sein - wie der Rosenmontagszug in Köln, verstehst du? Poldi: Nee. Ich: Egal, Marin, du spielst am Sonntag über links gegen die Australier. Poldi, geh' duschen und benutze Bierhoffs Shampoo. Boateng: Trainer, wo ist Austria, müssen wir da lange fahren? Ich: Australien heißt das. Du spielst eh nicht, und stell nicht solch philosophische Fragen. Schau dir lieber mal den Miro an, der ist höööögscht konzentriert, redet seit Tagen nichts. Cacau, hör auf, Knoten in Miros Schuhe zu machen. Gomez lacht hämisch und Özils Handy klingelt. Özil: Trainer, das ist der Frings, er fragt, ob er noch vorbeikommen soll. Die Schuhe habe er schon geputzt. Er würde auch deine putzen. Ich: Nein, sag ihm, er soll sich seine Schuhe tätowieren lassen, hier spielt er nimmer. Und außerdem: Telefonieren in der Kabine kostet 50 Euro. Wer hat die Mannschaftskasse? Lahm: Ich, Trainer, ich. Soll ich sofort kassieren? Ich: Ja, Fips. Du bist ein guter und braver Junge. Lahm: Danke, kann ich Ihnen auch etwas Gutes tun? Ich: Ja, den Trainingsrasen mähen, mit der Nagelschere. So Männer, heute Abend gehen wir noch auf Gnujagd mit Stenger Harald, und am Sonntag will ich sehen, dass ihr den Kängurus Beine macht.