„Der beste Linksaußen der Welt“

„Der beste Linksaußen der Welt“

Uwe Gensheimer hat sich nach langer Verletzung eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen war ein Garant für den Gewinn des EHF-Pokals. Jetzt meldete sich Handball-Bundestrainer Martin Heuberger bei ihm.

Uwe Gensheimers Rückkehr begeisterte den Handball-Bundestrainer. Martin Heuberger rief gestern beim Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen an und beglückwünschte ihn zu seiner tollen Leistung beim Gewinn des EHF-Pokals. "Wir haben auch kurz über die EM-Qualifikation gesprochen", berichtete Gensheimer.

Gensheimer wollte aber Heubergers Votum vor den entscheidenden Länderspielen (siehe Infokasten) nicht vorgreifen. "Man muss abwarten, was in den restlichen Ligaspielen passiert. Außerdem haben die Jungs auf Linksaußen den Job sehr gut erfüllt", sagte der 26-Jährige mit Blick auf den Kieler Dominik Klein und Wetzlars Kevin Schmidt. Aber klar ist: Auf einen Gensheimer wie beim Final-Four-Turnier in Nantes wird Heuberger nicht verzichten können.

Nach dem 26:24-Finalsieg gegen den Ausrichter HBC Nantes überschütteten Trainer und Kollegen den lange verletzt fehlenden Kapitän. "Uwe war sensationell", lobte Gudmundur Gudmundsson seinen Star, der mit zehn Toren zum besten Spieler avancierte. Löwen-Rechtsaußen Patrick Groetzki strich die beeindruckende Vorstellung seines Kollegen heraus: "Uwe hat seinen Status untermauert, der wohl beste Linksaußen der Welt zu sein."

Nach dem Coup der Löwen hatte die Gensheimer-Party bis tief in die Nacht gedauert. Der Kapitän wollte einfach nicht mehr aufhören zu feiern. Noch nach 4 Uhr meldete sich Gensheimer bei seinen Fans.

Die Ausgelassenheit und Freude hatte einen Grund: Vor einem halben Jahr hatte sich Gensheimer in der dritten Runde des EHF-Pokals gegen Diomidis Argous die linke Achillessehne gerissen und den gesamten Club in einen Schockzustand versetzt. Noch in der Kabine prognostizierte er damals: "Beim Final Four bin ich wieder zurück." Ernst genommen wurde Gensheimer angesichts der bitteren Diagnose nicht. Doch nun widerlegte er alle Skeptiker. Vier Tage vor der Finalrunde in Nantes hatte er im Punktspiel beim THW Kiel überraschend erstmals wieder mitgewirkt. Und an der französischen Atlantikküste war Gensheimer der gefeierte Held.

Im Halbfinale gegen Frisch Auf Göppingen (28:22) stand er knapp 15 Minuten auf dem Feld, im Finale waren es dann knapp 25. "So viel Spielzeit war gar nicht vorgesehen", sagte Trainer Gudmundsson. Als der Kapitän dann als Erster den Siegerpokal in die Höhe stemmen durfte, verriet er voller Emotionen: "Von diesem Moment habe ich geträumt, und das hat mir in der Reha geholfen."

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Am RandeHandball-Nationalspieler Holger Glandorf beschäftigt sich vor den entscheidenden Spielen der EM-Qualifikation nicht mit einem möglichen Scheitern. "Ehrlich gesagt, möchte ich mir auch keine EM ohne Deutschland vorstellen", sagte der Flensburger Rückraumspieler gestern. Im letzten Drittel der Qualifikation muss das Team zunächst in Montenegro (12. Juni) und dann zu Hause gegen Israel (15. Juni) antreten. Deutschland benötigt zwei Siege, um sicher beim Endrundenturnier in Dänemark 2014 dabei zu sein. sid

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