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| 20:39 Uhr

Paralympische Winterspiele
Der Behindertensport gibt Russland noch eine Schonfrist

London. Die Athleten aus dem Riesenreich bleiben weiter suspendiert. Über ihren möglichen Start bei den Paralympics wird erst im Januar entschieden.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat seine Entscheidung über einen erneuten Gesamtausschluss der russischen Behindertensportler von den Paralympics aufgeschoben. Erst Ende Januar 2018 will das IPC darüber befinden, ob die Russen in der Affäre um das mutmaßlich staatlich gelenkte Doping wie schon bei den Sommer-Paralympics 2016 in Rio zuschauen müssen – oder ob einige von ihnen doch in Pyeongchang an den Winterspielen teilnehmen können. Angesichts der teils mangelnden Kooperation der Russen ist aber eine erneute Kollektivstrafe wahrscheinlich.

„Seit dem zweiten McLaren-Bericht sind weitere Beweise ans Licht gekommen. Wenn die russischen Behörden glauben, dass diese Beweise nicht glaubwürdig sind, dann sollten sie eigene vorlegen, um sie angemessen zu widerlegen. Bis jetzt ist aber nichts geschehen“, sagte der neue IPC-Präsident Andrew Parsons gestern.

Bei einer Sitzung des IPC-Board am Dienstag wurde die seit August 2016 aufgehobene Mitgliedschaft des Paralympischen Komitees Russlands (RPC) aufrechterhalten. Erst wenn das RPC wieder zugelassen wird, könnten Russen vom 9. bis 18. März 2018 in Südkorea starten. In Rio 2016 hatte das IPC anders als das Internationale Olympische Komitee (IOC) alle russischen Behindertensportler ausgeschlossen. Das IOC mit dem deutschen Präsidenten Thomas Bach hatte am 5. Dezember erneut den historischen Gesamtausschluss vermieden. Allerdings dürfen nur unbelastete russische Sportler unter neutraler Flagge im Februar an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang teilnehmen.

Für seine Wiederzulassung muss der russische Behindertensportverband noch fünf der sieben vom IPC geforderten Schlüsselkriterien erfüllen. Die zwei wichtigsten Punkte sind die Aufhebung der Suspendierung der nationalen Anti-Doping-Agentur (Rusada) sowie die Anerkennung und Akzeptanz des McLaren-Berichts. Das RPC mache zwar Fortschritte bei drei der fünf verbleibenden Wiederherstellungskriterien. „Jedoch mangelt es zu unserer wachsenden Enttäuschung und Frustration an Fortschritten in Bezug auf eine offizielle Antwort der russischen Behörden in Bezug auf den McLaren-Bericht“, sagte Parsons. Bis zur nächsten IPC-Sitzung vom 26. bis 28. Januar 2018 haben die Russen noch Zeit, die Kriterien zu erfüllen.

Laut dem McLaren-Report waren im Zusammenhang mit den Winterspielen 2014 in Sotschi nicht nur Dopingproben von Olympia-Teilnehmern, sondern auch von Paralympics-Startern manipuliert worden. Russland war sowohl bei den Olympischen als auch den Paralympischen Spielen die erfolgreichste Nation. Russland weist den Vorwurf des Staatsdopings zurück – allen voran Präsident Wladimir Putin – trotz der erdrückenden Beweislage.

Die Rusada bleibt nach einem Beschluss der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) von Mitte November zudem weiter suspendiert. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass das russische Sportministerium das Moskauer Doping-Kontrolllabor jahrelang angewiesen haben soll, verdächtige Testproben nicht an die Wada weiterzuleiten.

Andy Parkinson, der Vorsitzende der IPC-Taskforce, geht angesichts der teils mangelnden Kooperation der Russen von einer erneuten Kollektivstrafe aus. „Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das RPC die Wiederaufnahme-Kriterien nicht rechtzeitig für die Paralympischen Winterspiele erfüllt“, sagte er.

Russische Sportler können nach wie vor, wie schon im September beschlossen, im alpinen Skisport, Biathlon, Langlauf und Snowboard unter bestimmten Bedingungen als neutrale Athleten an Qualifikationswettkämpfen teilnehmen. Sollte das IPC im kommenden Jahr doch pro Russland entscheiden, könnten qualifizierte russische Athleten in Pyeongchang an den Start gehen. Ende Januar wird darüber erneut diskutiert – und auch entschieden.