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Der Bau der neuen Sporthalle beginnt

Der Bau der neuen Sporthalle beginnt

Saarbrücken. Es hatte schon etwas von einer schweren Geburt. Aber in dieser Woche konnte es endlich losgehen. An der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken rollen die Bagger für den Bau der neuen und lang ersehnten Multifunktionssporthalle (wir berichteten mehrfach)

Saarbrücken. Es hatte schon etwas von einer schweren Geburt. Aber in dieser Woche konnte es endlich losgehen. An der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken rollen die Bagger für den Bau der neuen und lang ersehnten Multifunktionssporthalle (wir berichteten mehrfach). "Wir hatten die Idee schon lange", sagt Gerd Meyer, der Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), der seinen Sitz an der Sportschule hat, "aber wir konnten erst mit der Realisierung beginnen, als wir in das Konjunkturpaket II reingerutscht sind". Die Baukosten betragen etwa 7,5 Millionen Euro. Davon kommen fünf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II von Bund und Ländern, 2,5 Millionen Euro vom LSVS.

Profitieren werden vor allem die Schülerinnen und Schülern der Eliteschule des Sports, des Gymnasiums am Rotenbühl, die Hauptnutzer der Halle sein werden. "Von der Eliteschule kommen mittlerweile zwei Drittel unserer Toptalente", sagt Gerd Meyer, "da ist das Geld gut angelegt".

Einer der Gründe für die Zeitverzögerung heißt auf Neu-Deutsch "Kostenoptimierung". Architekt Gert Leyendecker, Projektkoordinator beim Bau, erklärt: "Wir mussten die Größe der Halle nach unten korrigieren, um Geld zu sparen." Auch die Abstimmung mit den Ämtern und das Erfüllen naturschutzrechtlicher Vorschriften nahm Zeit in Anspruch. Wobei Leyendecker betont, "dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei allen Beiteiligten sehr groß war. Auch die Erteilung der Baugenehmigung ging schnell über die Bühne".

Ursprünglich sollte die Halle 90 Meter lang sein und eine Kapazität für 1000 Zuschauer haben. Jetzt wird sie "nur" gut 70 Meter lang und fasst Platz für 750 Zuschauer. "Die Umplanung hat Zeit gekostet", erklärt LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul Hans, "da kann man nicht einfach ein Viertel wegschneiden, sondern muss schauen, dass wir alles noch unterbekommen".

Das ist gelungen, wie Leyendecker bestätigt: "An den Möglichkeiten hat sich nichts geändert." Die Halle wird geteilt nutzbar sein. Ein Drittel der Halle wird den Tischtennisspielern zur Verfügung stehen. "Sobald wir mit dem Bau fertig sind, wird die alte Tischtennishalle in St. Ingbert aufgegeben", sagt Paul Hans. Diese Halle war schon einmal wegen Einsturzgefahr gesperrt, was sich später aber als nicht richtig darstellte.

Das Tischtennis-Drittel wird von den übrigen beiden Dritteln durch eine schallisolierende Wand, die stolze 20 Tonnen wiegt, abgetrennt. Bei Bedarf, etwa einer größeren Sportveranstaltung, die die ganze Breite der Halle erfordert, kann diese Wand ähnlich wie eine Ziehharmonika eingefahren und verstaut werden. Die anderen beiden Drittel sind tagsüber zum überwiegenden Teil für das Training der Talente der Eliteschule des Sports vorgesehen. Sechs Seminar- und Schulungsräume sind in die Halle integriert. Außerdem sollen auch Sportarten wie Basketball, Handball, Badminton oder Turnen zum Zug kommen.

Die Halle wird so ausgestattet sein, dass sie auch internationale Vorschriften erfüllt. Die Höhe beträgt 12,50 Meter - notwendig, um beispielsweise einmal ein Volleyball-Länderspiel ins Saarland zu holen - einer der großen Wünsche von Erhard Rubert, Präsident des Saarländischen Volleyball-Verbandes. Sie ist auch prädestiniert für ein Turnier wie die Bitburger Badminton Open. Die Organisatoren des Turniers haben den Termin 2011 - wohl in der ersten Novemberwoche - schon einmal geblockt. Zu einer Veranstaltungshalle soll der Neubau aber nicht mutieren. "Wir wollen bewusst keine Eventhalle", sagt Paul Hans, "sondern die Halle unseren Fachverbänden anbieten." Deswegen liege die Betonung bei der Multifunktionssporthalle auch auf dem Wort "Sport".

Architekt Leyendecker hofft, "dass wir bis zum Winter das Dach drauf haben und mit den Innenarbeiten beginnen können". Eine Arbeitsgemeinschaft dreier saarländischer Baufirmen - Modernbau, die Peter Gross KG und die Ottweiler Baugesellschaft (OBG) - konnte die Ausschreibung des Hallenbaus für sich gewinnen.

Das neue Schmuckstück soll im Oktober 2011 fertig sein. Verhindern könnte das dauerhaft schlechtes Wetter oder unvorhergesehene Ereignisse wie etwa der Fund einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Beim Roden wurden einige Bäume mit Granatsplittern gefällt. "Wir lassen noch mal den Kampfmittelräumdienst drüber", gibt Leyendecker Entwarnung. Denn es wäre nur zu schade, wenn einer etwas schweren Geburt auch noch eine schwere Kindheit folgen würde. "Von der Eliteschule kommen mittlerweile zwei Drittel unserer Toptalente."

LSVS-Präsident

 Die Großbaustelle auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule hinter dem Leichtathletik-Stadion. Foto: Dietze
Die Großbaustelle auf dem Gelände der Hermann-Neuberger-Sportschule hinter dem Leichtathletik-Stadion. Foto: Dietze

Gerd Meyer