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Stadion
Der Aufstieg hängt auch an der Stadionfrage

Im Ludwigspark geht es nach wie vor nicht voran. Sollte der FCS im Sommer 2018 aufsteigen, hat er ein echtes Problem. Denn das Ausweichstadion, das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen, ist nicht drittliga-tauglich.
Im Ludwigspark geht es nach wie vor nicht voran. Sollte der FCS im Sommer 2018 aufsteigen, hat er ein echtes Problem. Denn das Ausweichstadion, das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen, ist nicht drittliga-tauglich. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Der Ludwigspark ist im Sommer 2018 nicht fertig, Völklingen nicht drittliga-tauglich. Das Stadion-Thema sorgt für Diskussionen. Patric Cordier

Neun Spiele, 22 Punkte, 24:6 Tore. Der 1. FC Saarbrücken ist das Maß aller Dinge in der Fußball-Regionalliga Südwest. Der stärkste und wohl auch teuerste Kader der Liga steht dort, wo er auch am Ende der Spielzeit stehen soll. Auf einem der ersten beiden Plätze, die zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga berechtigen.



Bis März muss der Verein seine Lizenzierungs-Unterlagen einreichen. Darin muss eine Spielstätte und auch ein Ausweichplatz festgeschrieben sein. Und genau darin besteht das große Problem des FCS. Das Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion ist in seiner jetzigen Form nicht genehmigungsfähig. Auch die Baustelle an der Camphauser Straße, wo früher das Ludwigsparkstadion stand, wird bis dahin weit davon entfernt sein, einen Spielbetrieb zu ermöglichen.

„Die Mannschaft und der Trainerstab haben in Worms ein überzeugendes Statement abgegeben“, sagt FCS-Präsident Hartmut Ostermann: „Dadurch erhalten die infrastrukturellen Rahmenbedingungen eine neue Dringlichkeit, der wir uns jetzt stellen müssen und werden.“

Die FCS-Fans stehen hinter ihrem Präsidenten, haben keine Lust, sich länger als „Volk ohne Heimat“ verspotten zu lassen. Die Vorwürfe der Anhänger gehen zu gleichen Teilen an Stadt und Land. Die städtischen Planer seien inkompetent, bekämen weder einen ordentlichen Bau- noch Finanzierungsplan zu Stande. Das Innenministerium habe aus wahltaktischen Gründen den Sonderkredit für den Park herausgezögert und damit den Ausschreibungsstopp mit verursacht.

Minister Klaus Bouillon (CDU) wehrt sich gegen diesen Eindruck. „Der Vorwurf, dass das Innenministerium die Schuld für die Aufhebung des Vergabeverfahrens und die damit verbundene Verzögerung am Bauprojekt Ludwigspark trägt, entbehrt jeder Sach- und Rechtsgrundlage. Nur der Bauherr selbst, in diesem Fall die Landeshauptstadt Saarbrücken, kann eine bestehende Ausschreibung aufheben“, lässt Bouillon durch seinen Sprecher Markus Tröster mitteilen: „Das Ministerium, das ausschließlich Zuwendungsgeber ist, wurde am 6. März 2017 von der Landeshauptstadt Saarbrücken darüber informiert, dass die Oberbürgermeisterin dem Stadtrat in der Sitzung am 9. März 2017 empfehlen werde, die Aufhebung des laufenden Vergabeverfahrens zu beschließen.“ Das tat der Stadtrat dann auch, und der Minister-Sprecher stellt fest: „Insofern liegt die Verantwortung für die Aufhebung des Vergabeverfahrens und für die eingetretene Verzögerung ausschließlich bei der Landeshauptstadt Saarbrücken.“



Der schwarze Peter liegt also im Rathaus St. Johann? „Für uns ist nur wichtig, nach vorne zu schauen und das Stadion gemeinsam in kurzfristigster Zeit fertig zu stellen. Allein darauf muss der Fokus aller Beteiligten liegen“, will Saarbrückens Sportdezernent Harald Schindel kein argumentatives Ping-Pong-Spiel anzetteln. Zumal die CDU-Fraktion im Stadtrat Oberbürgermeisterin Charlotte Britz am Montag aufgefordert hat, Schindel von seinen Aufgaben zu befreien.

Währenddessen wurde bekannt, dass die Landeshauptstadt das Saarbrücker Architekten-Büro Wenzel+Wenzel mit der Bauleitung und Vorbereitung der Ausschreibungen beauftragen möchte. Das Unternehmen war unter anderem für das Sport- und Funktionsgebäude am Brentanobad in Frankfurt, Heimstätte des Frauen-Bundesligisten 1. FFC Frankfurt, mitverantwortlich. Der entsprechende Ratsbeschluss steht allerdings noch aus.