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Den entscheidenden Gong gehört

Homburg/Elversberg. Das Saar-Derby in der Fußball-Regionalliga hat gezeigt: Zwischen Gastgeber Homburg und Elversberg liegend derzeit Welten. Währen die SVE nach einigen Problemen immer stärker wird, tritt der FCH auf der Stelle. Ralph Tiné,Heiko Lehmann (SZ)

Dass die SV Elversberg einen der stärksten Kader der Fußball-Regionalliga hat, ist nichts Neues. Neu sind Einstellung, Einsatzwille und Aggressivität, mit der die Spieler von Trainer Michael Wiesinger in die Spiele gehen. Gastgeber FC Homburg war im Saar-Derby am Dienstagabend von der ersten Minute an unterlegen und sah sich einem 90 Minuten langen Anlaufen der SVE gegenüber.


"Ich bin mir sicher, dass wir bei der 0:2-Niederlage bei Waldhof Mannheim den entscheidenden Gong gehört haben. Spätestens da haben wir gemerkt, dass wir ohne die richtige Einstellung nichts erreichen werden. Seitdem spielen wir anders", sagt Maximilian Oesterhelweg, der in der 88. Minute den Treffer zum 2:0-Endstand erzielte - und im dritten Spiel in Folge traf. "Ich glaube, das ist das erste Mal in meiner Karriere. Ich weiß aber, dass es das Produkt einer starken Mannschaftsleistung war", sagt Oesterhelweg.

Nach dem sechsten Spieltag steht Elversberg auf Platz zwei, einem Relegationsplatz. Die SVE hat mit nur drei Gegentoren die beste Abwehr der Liga. "Es fühlt sich alles definitiv anders an als vor ein paar Spieltagen. Wir wirken eingespielter, stabiler - und man sieht von hinten einfach, dass es passt", sagt SVE-Torhüter Daniel Batz, der zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor blieb.



Michael Wiesinger applaudierte nach dem Schlusspfiff seiner Mannschaft, sagt aber auch: "Es gab genügend Szenen, die mir nicht gefallen haben. Schlechte Ball-Annahmen, falsche Laufwege oder schwache Pässe. Das müssen wir abstellen, dann können wir uns noch mehr für unsere harte Arbeit belohnen. So einfach ist das." Angesichts des Ergebnisses dürfte er mit den Unzulänglichkeiten leben können.

Anders sieht das beim FC Homburg aus. "Uns fehlte der Mut. So konnten wir keine Angst beim Gegner erzeugen. Wenn wir uns im Spiel nach vorne nicht steigern, werden wir kein Spiel gewinnen", kommentierte Trainer Jens Kiefer die offensive Harmlosigkeit, die seine Mannschaft seit Saisonbeginn zeigt.

"Das Startprogramm ist nicht das einfachste. Aber wir wollen trotzdem jeden Gegner schlagen", formuliert Innenverteidiger Jan Eichmann den Anspruch, dem die Mannschaft nicht gerecht wird. Ein Remis, drei Niederlagen - der FCH ist Vorletzter. Hätten die Offenbacher Kickers wegen Lizenzverstößen nicht mit neun Minuspunkten in die Runde starten müssen, wäre Homburg Schlusslicht.

Entsprechend enttäuscht reagierten Teile des Publikums. Nach dem Schlusspfiff gab es Pfiffe. Es gab vereinzelte "Kiefer-raus"-Rufe. "Das ist normal", sagt Kiefer dazu. Eine Sache treibt ihn aber um: "Das Einzige, was mich ärgert, ist, dass das, was in den vergangenen zwei Jahren erreicht wurde, nicht anerkannt wird." In den beiden vorherigen Spielzeiten erreichte Homburg jeweils Platz sechs. "Wir sagen seit zwei Jahren, dass wir nur dann ganz vorne mitspielen können, wenn jedes Rädchen greift", fügt Kiefer hinzu.