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„Dem Vergleich mit der SV Elversberg müssen wir uns stellen“

„Dem Vergleich mit der SV Elversberg müssen wir uns stellen“

Der 1. FC Saarbrücken sieht seine Jugend in der aktuellen Konkurrenzsituation im Südwesten sehr gut aufgestellt. Aushängeschild ist die U19, die im zweiten Jahr in der Bundesliga spielt und gute Chancen auf den Ligaverbleib hat.

Seine Rede bei der Mitgliederversammlung des 1. FC Saarbrücken vor wenigen Tagen war wohl die kürzeste an diesem Abend. Dennoch gab es für Jugendkoordinator Stephan Kling den meisten Applaus. Denn die Vorwürfe von manch selbsternannten Experten, die Nachwuchsarbeit des FCS sei selbst im Saarland "abgehängt", entlocken Ex-Profi Kling nur ein müdes Lächeln. "Dem Vergleich mit der SV Elversberg müssen wir uns stellen", sagt Kling, der seit 1. Juli 2014 im Amt ist: "Alle anderen sind doch deutlich dahinter - ohne die Arbeit in diesen Vereinen schmälern zu wollen."

Dass die SVE dem FCS das Prädikat "Nachwuchsleistungszentrum" (NLZ) voraus hat, will der 34-Jährige gar nicht wegdiskutieren. "Wir haben alle notwendigen Unterlagen für eine Anerkennung durch den DFB zusammen. Wir erfüllen sowohl die organisatorischen als auch die personellen Voraussetzungen. Einzig der im Organigramm vorgeschriebene Fußball-Lehrer steht noch nicht fest", sagt Kling, "mit einer Anerkennung würde sich an unserer täglichen Arbeit nichts wirklich ändern. Unsere Trainer haben die notwendige Qualifikation, die Zusammenarbeit mit der Eliteschule des Sports funktioniert, und solche Partnerschaften werden auch auf andere Schulen ausgeweitet."

Öfter trainieren als derzeit könne man auch als NLZ nicht, und auch eine längerfristige Bindung der Nachwuchskicker an den Verein wäre nur theoretisch möglich. "Wenn man je fünf Spielern in A-, B- und C-Jugend einen Vertrag über jeweils 250 Euro geben würde, wären das im Jahr 100 000 Euro", rechnet Kling vor und ergänzt: "Hinzu kommt, dass wir als Regionalligist mit Profi-Clubs der 1. und 2. Liga in Konkurrenz stehen. Auch das entscheidet, wo Spieler oder ihre Eltern unterschreiben."

Trotz der prominenten Gegner läuft es bei der U19 in der Bundesliga in dieser Saison ausgesprochen gut. Erstmals wurden auch Spieler geholt, die nicht aus dem Saarland und den angrenzenden Gebieten kommen. "Wir sind als Tabellen-Neunter mit 15 Punkten voll im Soll", sagt Kling: "Der Auftrag ist der Klassenverbleib, daran müssen wir uns messen lassen." Die Trainings- und Spielbedingungen der Mannschaft habe sich entscheidend verbessert. Der neue Rasen in Quierschied, wo der FCS mit der U19 einmal pro Woche trainiert und seine Heimspiele austrägt, ist derzeit eine der besten Spielflächen im Land. Doch auch bei den anderen Teams ist man nicht untätig. So soll der Kunstrasenplatz oberhalb des FC-Sportfeldes im kommenden Jahr erneuert und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Bei der U17 steht der FCS in der Regionalliga drei Punkte hinter der TuS Koblenz , der Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern II ist nicht aufstiegsberechtigt. "Die Jungs müssen eine Schippe drauflegen", sagt der Jugendkoordinator, der eine Rückkehr in die Bundesliga anstrebt: "Elversberg ist letzte Saison mit 47 Punkten in die Relegation gekommen. Aber wenn es dumm läuft, reichen uns dafür dieses Mal 60 Punkte nicht."

Die B-Jugend ist ohnehin ein im Fußball schwieriges Alter - hier werden die meisten Vereinswechsel vollzogen. "Wobei Kaiserslautern jetzt schon Spieler unserer U12 anspricht", sagt Kling über den Fußball-Darwinismus, bei dem die größeren Fische einfach die kleineren fressen. In der C-Jugend-Regionalliga liegt der FCS hinter dem FCK und Mainz 05 auf Platz drei. "Wenn die Entscheidung fällt, sich um das NLZ zu bemühen, ist alles vorbereitet", blickt Kling voraus, "bis dahin arbeiten wir ja bereits auf diesem Niveau."