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Saarfußball
Dem FCS droht das Elversberger Schicksal

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass sich Kevin Koffi (links) und seine SV Elversberg und Marco Kehl-Gomez mit dem 1. FC Saarbrücken im Finale des Saarlandpokals gegenüberstehen werden.
Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass sich Kevin Koffi (links) und seine SV Elversberg und Marco Kehl-Gomez mit dem 1. FC Saarbrücken im Finale des Saarlandpokals gegenüberstehen werden. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Saarlandpokal-Finale und Relegation zur 3. Liga sind direkt hintereinander. Der Saar-Verband ist für Verschieben der Aufsstiegsspiele. Von Patric Cordier

Der Kreis der möglichen Gegner des Fußball-Regionallisten 1. FC Saarbrücken in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga ist kleiner geworden. Würde der FCS – dem Tabellenführer ist die Teilnahme nur noch theoretisch zu nehmen – als „Südwest-Vertreter A“ ins Rennen gehen (das wird ausgelost, sobald feststeht, wer die beiden ersten Plätze belegt), hat er zunächst Heimrecht gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit 1860 München sein. „Die werden jetzt auch nicht Hurra geschrien haben, dass sie den Südwesten bekommen haben“, sagt FCS-Sportdirektor Marcus Mann: „Alle Mannschaften werden zurecht in diesen Spielen stehen. Alle haben ihre Qualitäten. Von daher kommt es immer auf einen selbst an.“


„Südwest B“ muss zuerst auswärts antreten beim Meister der Regionalliga West. Da hat Viktoria Köln derzeit die besseren Karten gegenüber dem KSV Uerdingen. „Ich denke, Uerdingen wäre dort das unangenehmere Los. Aber das muss man nehmen, wie es kommt“, sagt FCS-Vizepräsident Dieter Ferner zur Auslosung: „In zwei Spielen kann alles passieren. Und wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir gegen jeden Gegner gewinnen.“ Die dritte Partie bestreiten der Nordvertreter (Hamburger SV II, VfL Wolfsburg II oder Weiche Flensburg) und der Nordost-Meister (wahrscheinlich Energie Cottbus).

Die Spiele sollen am 24. und 27. Mai stattfinden. Nur drei Tage davor, am 21. Mai, ist das Finale im Saarlandpokal geplant. Auch dort könnte der FCS ja vertreten sein, wenn er sich heute um 18 Uhr gegen Oberligist FSV Jägersburg durchsetzt. Dem FCS droht also eine Doppelbelastung wie im Vorjahr der SV Elversberg – mit dem Ergebnis, dass der Meister am Ende ohne Aufstieg und ohne Pokalerfolg da stand.



„Wir werden das Pokalfinale an diesem Finaltag der Amateure durchführen“, erklärt Franz Josef Schumann, Präsident des Saarländischen Fußballverbandes (SFV), unmissverständlich. Noch im Herbst hatte Schumann gegenüber der SZ betont, er wolle sich dafür einsetzen, dass Pokal- und Aufstiegsspiele terminlich entzerrt werden. Er hat es zumindest versucht. „Ich habe mit den entsprechenden Kollegen beim Deutschen Fußball-Bund und den anderen Regionalverbänden gesprochen und vorgeschlagen, dass man die Aufstiegsspiele jeweils einen Tag später austragen könnte. Es gab da schon grundsätzlich Zustimmung“, sagt Schumann.

Statt Donnerstag und Sonntag könnte es also Freitag und Montag werden. „Ein Tag mehr Pause würde zumindest den Rhythmus einer normalen englischen Woche bringen“, sagt FCS-Sportchef Mann. Die Verlegung würde auch andere Möglichkeiten der Vermarktung (Übertragung im Fernsehen) eröffnen. Doch beim zweiten Hinsehen ist sie ein Affront gegen die Fans. Die eigene Mannschaft an einem Montagabend nach München begleiten, werden nur die wenigsten können.

„Es könnte auch noch Widerspruch des anderen Teilnehmers geben“, sagt Schumann und räumt ein, dass sein Vorschlag noch lange keine Beschlusslage ist: „Der andere Teilnehmer könnte seinerseits eine Wettbewerbsverzerrung durch die Verschiebung sehen.“ Das trifft wohl eher auf die Münchner zu, die als Bayern-Meister für den DFB-Pokal qualifiziert wären und darum den Landespokal bereits abgeschenkt haben. Viktoria Köln ist dagegen noch im Wettbewerb vertreten. „Energie Cottbus hat ja bereits einen entsprechenden Antrag gestellt. Wir überlegen, es ihnen gleichzutun“, sagt FCS-Vizepräsident Ferner: „Dann sehen wir, was dabei rauskommt.“

Ein (schwacher) Trost bleibt Fußballfreunden und Verantwortlichen: Im nächsten Jahr wird es diese Terminkollision nicht geben, denn dann steigt der Südwest-Meister direkt auf – ohne Relegation.